Mein Fotografie-Lexikon. Einfach und verständlich.

Sie finden hier ein kleines Fotografie-Lexikon, das stetig erweitert wird. Die Erklärungen sind bewusst einfach und verständlich gehalten. Wenn Sie mehr lernen möchten, dann fragen Sie nach den nächsten Terminen für einen Fotografie-Workshop...

 


 

Arbeitsblende und Abblenden

 

Im Ruhezustand ist die Blende auf die größtmögliche Öffnung eingestellt, die so genannte Offenblende. Im Moment der Aufnahme fährt sie auf die so genannte Arbeitsblende. Dies ist auch ein Grund für die Auslösegeräusche bei einer Spiegelreflexkamera.

Das heißt aber auch, dass im Ruhezustand, also bei der Betrachtung des Bildes VOR der Aufnahme, die Arbeitsblende noch nicht eingestellt ist. Folglich entspricht die Schärfentiefe im Sucher nicht der im späteren Bild. Zu diesem Zweck kann man eine Spiegelreflexkamera mittels der Abblendtaste abblenden. Beim Abblenden wird die Blende auf die Arbeitsblende eingestellt, ohne dass ein Bild gemacht wird, und die Schärfentiefe kann visuell im Sucher kotrolliert werden.

 


 

Auflösung

 

Unter Auflösung verteht man nicht etwa die Anzahl der Pixel alleine (siehe Mega-Pixel), sondern die Anzahl der Pixel pro Zoll. Wenn ein Bild beispielsweise 3000 Pixel breit und 2000 Pixel hoch ist, ergeben sich daraus zwar 6 Millionen Pixel, also 6 MP (Megapixel), das sagt aber noch nichts über die Auflösung auf. Erst die Größe ist entscheidend, dies fängt mit der Sensorgröße und der Bildausgabegröße an. Denn die Auflösung wird in Pixel pro Zoll angegeben. Hierfür gibt es zwei Einheiten, die verwendet werden:

  • dpi = dots per inch
  • ppi = pixel per inch

Beide Angaben meinen das gleiche. Wenn auf einen Zoll (2,54 Zentimeter) genau 300 Bildpunkte kommen, dann sprechen wir von 300 dpi. Dies ist die übliche Arbeitsauflösung für Fotos.

Die Auflösung wird also definiert von der Anzahl der Bildpunkte pro Zoll. Das heißt aber auch: Wenn ich ein Bild zuschneide, also verkleinere, das neue Bild aber ebenso groß abbilde wie vorher, dann ist die Auflösung geringer.

Eine Reduzierung der Auflösung findet häufiger statt. Beispielsweise bei der Optimierung der Bilder für die Bildschirmansicht, also für den Email-Versand, für Webseiten oder für Online-Galerien. Da ein Computermonitor bauartbedingt nur 72 dpi anzeigt, werden die Bilder hier entsprechend reduziert, also heruntergerechnet. Dies erledigt das Bildbearbeitungsprogramm ohne Qualitätsverlust. Wer eine Bilddatei per Email versenden möchte kann somit auch die Dateigröße von vielen Megabytes auf einige hundert oder -zig Kilobytes reduzieren und somit schneller versenden. Siehe Dateigröße.

Eine Erhöhung der Auflösung ist technisch auch machbar, allerdings muss der Computer hier Pixel hinzurechnen, also aus den benachbarten Pixel neue regelrecht erfinden. Daher ist dies nur mit deutlichem Qualitätsverlust möglich und wird in der Regel nicht angewendet.

 


 

Auslösegeräusche bei einer Spiegelreflexkamera

 

Die bekannten Klick- oder Klackgeräusche bei der Aufnahme sind ein kleines Zusammenspiel verschiedener Bauteile einer SLR-Kamera: Vorab eines: Eine Kompaktkamera macht betriebsbedingt keine Geräusche. Hier kommen die Geräusche aus einem kleinen Lautsprecher, um ein Foto-Feeling zu vermitteln. Das kostet wieder minimale Rechenleistung für den Prozessor, sowie Akkuleistung. Meine Empfehlung: Schalten Sie den Sound aus...

Bei einer Spiegelreflexkamera werden im Moment der Aufnahme verschiedene Bauteile tatsächlich bewegt, was zu den bekannten Geräuschen führt:

  • Der Spiegel, der das Bild im Ruhezustand nach oben in den Prismenkasten und damit zum Sucher umlenkt, klappt hoch, um den Strahlengang zum Sensor freizumachen. Hierbei entstehen übrigens auch mechanische Vibrationen, der so genannte Spiegelschlag.
  • Der Spiegel hat einen kleinen Hilfsspiegel, der das einfallende Licht auch zum Autofokusmodul umlenkt. Dieser muss beim Hochklappen des Hauptspiegels ebenfalls eingeklappt werden.
  • Die Blende (ein Ring aus Lamellen) fährt auf den eingestellten Wert. (Siehe Offenblende und Arbeitsblende)
  • Der Verschlussvorhang (ein Lamellenvorhang vor dem Sensor) öffnet sich und gibt den Sensor frei.

Nach der Aufnahme klappen alle Bauteile wieder in ihre Ausgangsposition zurück. Dies alles geschieht bei kurzen Belichtungen im Bruchteil einer Sekunde, je nach Schnelligkeit der Kamera bzw. des Objektivs. Bei Langzeitbelichtungen kann man die öffnenden und schließenden Bewegungen natürlich je nach Belichtungszeit deutlich getrennt nacheinander wahrnehmen.

 


 

Auslöseverzögerung

 

Bei den einfachen Kompaktkameras dauert es nach dem Drücken des Auslösers immer eine Weile, bis das eigentliche Bild gemacht wird. Bei den professionellen SLR-Kameras (also den Spiegelreflex-Kameras) werden die Bilder sofort gemacht. Woran liegt das?

Um ein Bild korrekt zu belichten, muss die Kamera vor der Aufnahme eine Belichtungsmessung durchführen, um dann Blende und Verschlusszeit korrekt einzustellen. Dies muss also VOR der Aufnahme passieren. Bei einer Kompaktkamera ist hierfür der eigentliche Bildsensor zuständig. Das heißt: Beim Drücken des Auslösers beginnt zuerst eine Messung des einfallenden Lichts, dann wird eine Belichtung berechnet, erst anschließend wird das Bild gemacht. Dadurch ergibt sich die zum Teil nervende Verzögerung, die schon so manche spontane Bildidee vernichtet hat...

Eine SLR-Kamera (Spiegelreflex-Kamera) besitzt zu diesem Zweck einen separaten Sensor, den Belichtungsmesser. Dieser sitzt in der Regel unter dem Spiegel oder im Prisma. Das heißt: Während ich durch den Sucher das Bild betrachte, leistet der Belichtungsmesser konstant seine Arbeit, ist also zu jeder Zeit "vorbereitet". Zu erkennen ist dies daran, dass auch bei nicht gedrücktem Auslöser im Sucher oder auf dem Monitor jederzeit die Belichtungsindikatoren aktualisiert werden. Wenn Sie Ihre Kamera von einem hellen Bereich in einen dunklen Bereich schwenken, sehen Sie, wie die Angaben zur Belichtungsmessung reagieren. Wenn Sie nun den Auslöser drücken, kann sofort ein Bild gemacht werden.

Dies ist einer der vielen Gründe, warum Kompaktkameras für jegliche kreative Fotografie ausscheiden, und hier die Spiegelreflexkamera das Gerät der Wahl ist.

 


 

Available Light Fotografie

 

(available, engl. = verfügbar, zur Verfügung stehend). Dieser Begriff bedeutet, dass mit dem vorhandenen Umgebungslicht fotografiert wird, ohne gesteuerte Ausleuchtung mit Blitzgeräten oder Dauerlichtlampen. Das Besondere an diesen Bildern ist der authentische Charme dieser Bilder, denn sie wirken einfach natürlicher.

Das folgende Bild wurde ohne Blitzlicht aufgenommen, also nur mit available light, dem vorhandenen Umgebungslicht:

Brautstrauß available Light Foto

Die Available Light Fotografie kann - je nach Lichtverhältnissen und Anspruch - eine echte Herausforderung sein. Denn bei geringem Umgebungslicht und bewegten Motiven stoßen wir natürlich schnell an die Grenzen des Machbaren, was Blende und Verschlusszeit betrifft. Das hier gezeigte Bild stellt natürlich wegen der Starre des Motivs keine Herausforderung dar. In gewissen Situationen ist Blitzlicht unverzichtbar, in anderen Bereichen (Außenaufnahmen) ist es quasi Standard, mit dem vorhandenen Umgebungslicht zu fotografieren.

 


 

Beauty-Retusche

Die normale Basis-Retusche entfernt Flecken, Fussel, störende Bildelemente, aber auch temporäre Hautmerkmale wie Kratzer, Pickel, Pusteln und ähnliches. Auch ein hässlicher Mülleimer, hinten vor der schönen Hecke kann mal entfernt werden, oder ein fremder Hund, der hinten durchs Bild läuft und einfach nicht dazu gehört. Narben und Hautmale, die zum Menschen dazugehören, lasse ich bestehen, ebenso wie Falten, die wir Menschen nun einmal haben. Die Bilder werden also etwas aufgehübscht, bleiben aber ganz natürlich.

Die erweiterte Retusche (Beauty-Retusche) geht hier weiter in die vollen. Da wird die Haut geglättet und weichgezeichnet, die Zähne und das Weiß der Augen werden aufgehellt und geweißt, die Konturen dagegen verstärkt, etc. Das Bild wirkt nicht mehr natürlich, aber ungemein schön. Ein Bild zum Staunen und zum Schwärmen, wenn auch wie gesagt, nicht mehr ganz natürlich.

Beauty-Retusche: Die Haut wird weichgezeichnet, die Zähne geweißt, die Augen aufgehellt, etc. So retuschierte Bilder wirken ungemein schön, zeigt Ted Hartwig.

Ein Hochzeitsfoto mit Beauty-Retusche. Edel, charmant, besonders. Der Berliner Hochzeitsfotograf Ted Hartwig zeigt ein Beispiel

 

 


 

Belichtung und Belichtungssteuerung

 

Abgesehen von der Farbtemperatur, die sich lediglich auf den Weißabgleich auswirkt, wird die Belichtung einer Aufnahme wird von 2 Parametern bestimmt, der Belichtungszeit und der Blende. Es geht schlicht um die Frage, ob ein Bild korrekt belichtet ist, oder ob eine Überbelichtung oder eine Unterbelichtung vorliegt. Wenn mehr bzw. zuviel Licht auf den Sensor gelangt (lange Belichtungszeit und offene Blende), wird das Bild stärker belichtet (heller) oder überbelichtet, wenn weniger oder zu wenig Licht auf ihn gelangt (kurze Belichtungszeit und geschlossene Blende), wird es weniger belichtet (dunkler) oder unterbelichtet. Dies kann die technische Qualität eines Bildes beeinträchtigen, kann aber (in gewissem Rahmen) auch ein Merkmal der Bildgestaltung sein. Hier ist ein gewisser künstlerischer Spielraum erlaubt. Eine Messgröße ist hier der so genannte Lichtwert. Die Unterschiede der Belichtungen kann man auch einer so genannten Belichtungsreihe gut darstellen.

Ob ein Bild korrekt belichtet wird, ob es unter- oder überbelichtet wird, ist bereits vor der Aufnahme anhand der Kameradaten auf dem Display zu erkennen. (Siehe hierzu auch: Messfeldsteuerung) Allerdings ist diese Angabe nicht unbedingt ausschlaggebend, denn oft muss hier mittels Belichtungskorrektur bewusst eingegriffen werden.

Der interne Belichtungsmesser der Kamera eignet sich übrigens auch hervorragend, um Messwerte zu ermitteln, die dann mithilfe bestimmter Verfahren rechnerisch zum gewünschten Ergebnis führen. )Siehe Kontrastmessung)

 

 


 

Belichtungskorrektur

 

Auch als Profi nutze ich je nach Aufnahmesituation die Automatik-Modi meiner Kamera. Zwar wird im Profibereich in der Regel nicht mit Vollautomatik gearbeitet, wohl aber mit Blendenvorwahl oder Zeitvorwahl. Diesen Halb-Automatiken liegen intelligente Steuerkurven zugrunde, die jedoch stets auf mittleres Grau (18% Schwarz-Anteil) belichten. Das heißt, dass der Mittelwert aller Tonwerte in einem Bild diesen 18% Grau entsprechen. Diese Norm ergibt bei den meisten Bildmotiven eine gute Belichtung. Ausgegangen wird hier von einer durchschnittlichen Helligkeitsverteilung im Bild, also einer durschnittlichen Gewichtung von hellen, mittleren und dunklen Anteilen. Je nach Bildaufbau oder gewünschter Bildwirkung muss hiervon jedoch bewusst abgewichen werden. Wenn ich beispielsweise eine Schneelandschaft mit einer Belichtungsaustomatik aufnehme, dann werde ich keine schneeweiße Landschaft erhalten, sondern eine graue, eben bei 18% grau. Um dies zu verhindern, muss ich vorher der Kamera mitteilen, dass ich höher belichten will. Im Falle einer Schneelandschaft liegt diese Belichtungskorrektur beispielsweise bei ca. 2 LW (Lichtwerten) oder höher, die per Belichtungskorrektur vor der Aufnahme einzustellen ist.

 


 

Belichtungsreihe

 

Belichtungsreihen erzeugen eine Serie von Bildern mit variablen Aufnahmeparametern und somit variablen Belichtungen, um bei der späteren Bearbeitung das gewünschte Ergebnis sicher dabei zu haben. Da man im Sucher und auf dem Kameradisplay nicht immer genaustens das Ergebnis prüfen kann, wird auch im Profi-Bereich mit Belichtungsreihen gearbeitet. Hier dienen die folgenden Reihen dazu, die unterschiedlichen Belichtungsergebnisse zu verdeutlichen.

Belichtungsreihe Verschlusszeit

Bei dieser Belichtungsreihe wurde die Blende als fester Parameter bei f 2.8 gehalten, aber die Belichtungszeit (Verschlusszeit) in 1-LW-Stufen (siehe Lichtwert) variiert. Das Ergebnis sind unterschiedlich helle Bilder, denn je länger das einfallende Licht auf den Sensor trifft, desto heller wird das Bild. Bei einem bewegten Motiv würde hier ein weiterer, sehr wichtiger Effekt zutage treten, nämlich die so genannte Bewegungsunschärfe. Bei einem statischen Motiv wie diesem ist dieser Aspekt jedoch unerheblich.

Blendenreihe

Bei dieser Belichtungsreihe wurde die Verschlusszeit als fester Parameter bei 1/30 Sekunde gehalten, aber die Blende in 1-LW-Stufen (siehe Lichtwert) variiert. Auch hier erhalten wir unterschiedlich helle Bilder, denn je größer die Blendenöffnung, desto mehr Licht gelangt auf den Sensor. Weiterer Effekt der variierten Blende ist hier aber eine abweichende Schärfentiefe, die von links nach rechts (zunehmende Blendenöffnung, abnehmende Blendenzahl) abnimmt. Je offener die Blende, desto geringer die Schärfentiefe. Daher ist bei der Wahl der richtigen Belichtungsreihe auch darauf zu achten, ob dieser Effekt erwünscht ist oder nicht.

 


 

Belichtungszeit / Verschlusszeit

 

Der Sensor einer Kamera ist, seiner Eigenschaft und Funktion nach, lichtempfindlich. Je länger das eintreffende Licht auf ihn fällt, desto heller wird es in der Bilddatei gespeichert. Über die Belichtungszeit lässt sich also die Helligkeit der Aufnahme steuern. Bei Nachtaufnahmen, also bei extrem dunklen Lichtverhältnissen können Belichtungszeiten von mehreren Sekunden bzw. Minuten erforderlich sein, damit die Szenerie überhaupt auf dem Bild zu sehen ist (siehe Langzeitbelichtung). Bei sehr hellen Situationen, beispielsweise grellem Sonnenlicht, müssen kürzere Werte gewählt werden, da sonst das Bild überbelichtet wird. Bei extrem fehlerhafter Überbelichtung kann sogar ein komplett weißes Bild ausgegeben werden. Bei Aufnahmen schnell bewegter Motive, beispielsweise Kinder oder Sportler, sind aber extrem kurze Belichtungszeiten von beispielsweise bis zu 1/4000 Sekunde erforderlich. Je nach gewünschter Bildwirkung kann auch hierüber eine kreative Bildgestaltung ermöglicht werden. Beispielsweise eine gewünschte Bewegungsunschärfe, die Dynamik in ein Bild bringen kann, aber gezielt und sinnvoll eingesetzt werden muss.

Die Belichtungszeit ist neben der Blende ein Parameter zur Belichtungssteuerung

 


 

Bewegungsunschärfe

 

Unschärfe kann ein Aufnahmefehler sein. Wenn falsch fokussiert wurde, und das Hauptmotiv unscharf ist, sieht ein Bild in der Regel nicht schön oder stimmig aus. Wenn eine Szene jedoch Bewegung und Dynamik darstellt, diese aber im Bild nicht festgehalten wird, wirkt solch ein Bild fade und langweilig. Gerade bei Partyfotos oder bei bewegten Fahrzeugen bieten sich hier also spezielle Aufnahmetechniken an.

Bewegungsunschärfe ist nicht zu verwechseln mit einer Unschärfe, die durch falsches Fokussieren oder Verwackeln der Kamera erzeugt wird.  Das folgende Bild zeigt solch eine Bewegungsunschärfe. Erreicht wurden die Spuren der Spitzlichter sowie der bewegten Arme durch eine sehr lange Verschlusszeit (1/5 Sekunde) bei gleichzeitiger Drehung der Kamera. Die scharfen Konturen wiederum wurden dann durch das Blitzlicht festgehalten.

Tanzfoto mit Bewegungsunschärfe

Das Gegenteil der Bewegungsunschärfe ist das Einfrieren, bei dem durch extrem kurze Verschlusszeiten und durch den Einsatz von Blitzlicht Bewegungen "eingefroren" werden. Auch spannend, aber es entsteht eine ganz andere Bildwirkung.

Eine besondere Form der Bewegungsunschärfe ergibt sich durch das so genannte Mitziehen.

Extreme Bewegungsunschärfe entsteht bei der so genannten Langzeitbelichtung.

 


 

Bildrauschen

 

Aus der Analogfotografie hat sich der Begriff Körnung gehalten, der jedoch nicht korrekt zutrifft. In der Digitalfotografie weisen Aufnahmen ein mehr oder weniger starkes Rauschen auf. Woher kommt das?

Genauso wie es im Bereich der Akustik so genannte Hintergrundgeräusche gibt, gibt es auch Störungen oder Hintergrundstrahlung im Bereich der elektromagnetischen Wellen. Und sichtbares Licht ist auch elektromagnetische Strahlung, in einem bestimmten Wellenlängenbereich. Diese Hintergrundstrahlung ist sowohl kosmischer als auch terrestrischer Natur und allgegenwärtig. Jedes aufzeichnende Gerät erfasst dieses Rauschen schlichtweg gleich mit, ein Kamerasensor also auch. Die einzelnen Dioden für die Farbkanäle Rot Grün und Blau messen (hinter jeweiligen Farbfiltern) das eintreffende Licht und erfassen in geringem Maße also auch dieses Rauschen. Diese Störungen sind aber sehr gering und fallen erst bei starker Vergrößerung des Bildes auf.

Ein weiterer Ursprung des Bildrauschens ist die Dichte der Sensor-Dioden auf dem Chip. Wenn diese zu nahe beieinander liegen, stören sie sich tatsächlich gegenseitig. Natürlich ist auch dieser Effekt gering, aber er zeigt: Eine hohe Mega-Pixel-Zahl ist nicht unbedingt empfehlenswert! Hier ist manchmal weniger mehr...

Es gibt noch das so genannte statische Rauschen, das einfach auf Fehlertoleranzen der einzelnen Dioden untereinander beruht. Der Chip besteht aus Millionen einzelner Dioden (Pixel), die nicht alle zu hundert prozent gleich arbeiten. Eine absolut strukturlose, einfarbige und gleichmäßig helle Fläche würde also auch nicht von jedem Sensor-Pixel exakt gleich erfasst.

Schließlich gibt es das thermische Rauschen, denn der Sensor arbeitet auch temperaturabhängig.

Wie stark, bzw. sichtbar ist nun dieses Rauschen? Die Relation zwischen eigentlicher Bild-Information und Rauschen wird als Signal-Rausch-Verhältnis bezeichnet. Je geringer das Rauschen in Relation zum eigentlichen Signal, desto besser. Moderne Kameratechnik bietet hier ein immer besseres Signal-Rausch-Verhältnis.

Das Rauschen wird verstärkt durch lange Belichtungszeiten und hohe ISO-Werte. Im ersten Fall wird die Wirkung des Rauschens auf den Sensor schlichtweg verlängert, im zweiten Fall nachträglich verstärkt.

Kinderfoto mit Color Key Effekt

Das Ausgangsbild: Scharfe Konturen, sanfte Flächen.

Bildrauschen

Bei extremer Vergrößerung zeigt sich auch hier das Rauschen, in diesem Fall ein Helligkeitsrauschen.

Das folgende Bild zeigt deutlich eine starke Vergrößerung einer schattigen Hautpartie. Hier zeigt sich das so genannte Farbrauschen, das durch einen hohen ISO-Wert entstanden ist, hier zur Verdeutlichung etwas scharfgezeichnet.

starkes Bildrauschen

 


 

Blaue Stunde

 

In den Abendstunden, zwischen Sonnenuntergang und Dunkelheit kommen wir in den Genuss der blauen Stunde (auch wenn diese Spanne länger als eine Stunde dauern kann). Zu dieser Zeit bekommt die Farbtemperatur eine ganz bestimmte Charakteristik. Der Himmel färbt sich sprichwörtlich blau. In der Fotografie ist diese Lichtstimmung allgemein sehr beliebt.

 


 

Blende, Blendenzahl

 

Die durch das Objektiv zum Sensor durchgelassene Lichtmenge wird durch einen verstellbaren Ring aus Lamellen, der so genannten Blende reguliert. Einfach gesagt: Je geschlossener die Blende, desto weniger Licht gelangt auf den Sensor. Bei sehr hellem Umgebungslicht ist dies eine logische Einstellung, um Überbelichtung zu vermeiden. Anders herum bei dunklen Verhältnissen. Hier bietet eine offene Blende die Möglichkeit, mehr Licht durchzulassen. Wichtig: Je größer die Blende, desto kleiner die Blendenzahl, und umgekehrt. So bedeutet beispielsweise Blende 1,4 eine sehr große, Blende 22 dagegen eine sehr kleine Blendenöffnung. Die Angaben der so genannten Offenblende, also der größtmöglichen Blende des Objektivs ist bauartbedingt und wird oft als Lichtstärke bezeichnet, was allerdings nicht ganz korrekt ist. Ein Objektiv mit einer großen Offenblende (also einer kleinen Blendenzahl-Angabe) ist zwar lichtstärker, allerdings hat beispielsweise die Angabe 1:1,4 eine besondere optische Bedeutung. Die Blendenzahl gibt das Verhältnis der Blendenöffnung zur Brennweite an.

Die fotografische Blendenreihe (Ganze Blenden):

|  (1)  |  1,4  |  2  |  2,8  |  4  |  5,6  |  8  |  11  |  16  |  22  |  32  |

Die Zahlen erhöhen sich in dieser Reihe stehts um den Faktor 1,4, was jeweils genau einem LW (siehe Lichtwert) entspricht. Bei den Kameras können aber auch halbe oder Drittel-Blenden eingestellt werden. Ein weiterer Effekt, der sich aus der Wahl der Blende ergibt, ist die so genannte Schärfentiefe.

 


 

Blendenflecke

 

Blendenflecke sind Geisterbilder und entstehen durch Reflexionen im Objektiv. Da ein Objektiv stets aus mehreren Linsen (auch Linsengruppen) besteht, sind oft mehrere Blendenflecke in einem Bild zu sehen, die ihrerseits (aufgrund der Strahlungsrichtung des einfallenden Lichts) stets auf einer geraden Linie angeordnet sind.

Zur Vedeutlichung bewegen Sie den Mauszeiger über das folgende Bild:

Blendenflecke Ted Hartwig Glossar

Blendenflecke sind klar ein Bildfehler. Da sie aber bei Gegenlichtaufnahmen mit einem Weitwinkel-Objektiv schlichtweg oft nicht vermeidbar sind, hat sich unsere Bildwahrnehmung daran gewöhnt, und sie können durchaus toleriert werden. Manchmal geben sie einem Bild tatsächlich auch erst den bestimmten Pepp, wass allerdings Geschmackssache ist.

Abhilfe schaffen kann eine so genannte Streulichtblende, die aber bei direktem Gegenlicht auch wirkungslos ist. Es kommt hierbei einfach auf den Winkel an. Siehe Streulichtblende.

 


 

Blendenvorwahl

 

Auch Zeitautomatik genannt. Einer der Automatik-Modi der Kamera. Es wird eine Blende voreingestellt, und die Kamera wählt automatisch je nach Aufnahmesituation die richtige Verschlusszeit. Manchmal muss hier eingegriffen werden, dann ist die Belichtungskorrektur nötig.

Die Blendenvorwahl ist dann die Einstellung der Wahl, wenn ich bei wechselnden Lichtverhältnissen dennoch ein stabile Blende halten will, beispielsweise um eine bestimmte Schärfentiefe zu erreichen.

 


 

Blitzreichweite

 

Die Berechnung der Blitzreichweite ist ein kompliziertes Stück Rechenarbeit und für den Laien im Alltag nicht praktikabel. Berücksichtigt werden muss hier die so genannte Leitzahl des Blitzgerätes, aber auch die eingestellte Blende an der Kamera. Es geht schlichtweg um die Frage, ob das Licht des Blitzgerätes ein Objekt, also ein Motiv in einer gewissen Entfernung noch genügend ausleuchten kann.

Eine physikalische Gesetzmäßigkeit sollte aber jeder im Kopf behalten: Licht verliert seine Energie im Quadrat zur Entfernung. Einfach ausgedrückt: Bei einer Verdopplung der Entfernung kommt nur noch ein Viertel des Lichts am Motiv an, bei einer Vervierfachung nur noch ein Sechzehntel.

Gerade die kleinen eingebauten Blitzgeräte der Kompaktkameras haben eine sehr gringe Reichweite von in der Regel nur wenigen Metern. Die professionellen Systemblitze sind denen weit überlegen und können auch weiter entfernte Objekte noch gut ausleuchten.

Eines steht jedoch fest: In einem Fußballstadion beispielsweise hat kein Blitzgerät der Welt eine Chance, die Spieler auf dem Feld zu erreichen, was auch keinen Sinn macht, da diese von einer sehr leistungsstarken Flutlichtanlage ausgeleuchtet werden. Schalten Sie Ihren Blitz hier bitte aus - und sparen Sie Akku-Leistung. Der Blitz hat hier keine Funktion! (Beobachten Sie doch mal die Profi-Fotografen am Spielfeldrand. Sie werden keine Blitzgeräte sehen...)

 


 

Blitzsynchronzeit

 

Wenn an der Kamera eine sehr kurze Verschlusszeit (Belichtungszeit) eingestellt ist, kann es bei der Verwendung eines Blitzgerätes zu schwarzen Balken auf dem Bild kommen, wie in dem folgenden Bild zu sehen:

Blitzsynchronzeit

Woher kommt dieses Phänomen? Zunächst muss man verstehen, wie ein Sensor arbeitet, wie also überhaupt eine Belichtung stattfindet. Siehe hierzu: Verschlussvorhang. Wenn eine Belichtungszeit eingestellt wird, die kürzer ist, als die Blitzsynchronzeit der Kamera, dann startet der obere Vorhang bereits, bevor der untere den Sensorrand erreicht hat, wie in der folgenden Grafik zu sehen:

Verschluss-Vorhang, schematische Darstellung

Warum entstehen nun diese Balken auf dem Bild?

Ein Blitzgerät blitzt nur sehr kurz, im Millisekundenbereich. Wenn der Blitz nun zu einem Zeitpunkt auslöst, zu dem der Sensor nicht vollständig geöffnet ist, bleibt ein Teil des Bildes schlicht und einfach von den Lamellen des oberen und / oder unteren Verschlussvorhangs bedeckt. Wenn der Blitz nun die Hauptlichquelle darstellt (und nur dann), dann ergeben sich dadurch die schwarzen Balken auf dem Bild. Daher ist unbedingt darauf zu achten, welche Blitzsynchronzeit die Kamera hat. Diese ist als minimale Belichtungszeit einzustellen. (Bei der NIKON D300s beträgt diese beispielsweise 1/250 Sekunde).

Moderne Kameras bieten bei den internen und den System-Blitzgeräten eine so genannte Kurzzeit-Synchronisation an. Bei NIKON heißt diese: FP-Kurzzeit-Synchronisation. Diese bewirkt, dass das Blitzlicht wie ein schneller Stroboskop-Blitz nicht einmal kurz, sondern über etwas längeren Zeitraum verteilt abgefeuert wird, bei gleicher Gesamtblitzleistung. Damit ist gewährleistet, dass der gesamte Sensor gleichmäßig belichtet wird.

 


 

Blooming

 

Blooming nennt man das erweiterte Ausfressen ganzer Bildbereiche um einen ursprünglich ausgefressenen Bildbereich herum, die also frei von Zeichnung sind. Wenn ein oder mehrere Pixel auf dem Sensor ihre Sättigungsgrenze erreichen, dann können Ladungen auf benachbarte Pixel übertreten. Diese weisen dann sehr hohe oder zu hohe Helligkeiten auf, die sie eigentlich gar nicht haben. Rund um Spitzlichter ist dieses Blooming sehr häufig zu verzeichen. Gerade Sonnenlicht ist hier sehr anfällig.

Die folgende Gegenlichtaufnahme zeigt ein solches Blooming. Zur Verdeutlichung habe ich das Bild nachträglich um mehrere Lichtwerte abgedunkelt. Der Effekt des Ausfressens ist hier sehr deutlich sichtbar. (Zudem treten hier ganz deutlich so genannte Blendenflecke zutage, die aber mit dem Blooming nichts zu tun haben.)

Blooming Beispielbild

 


 

Bouncer

 

Bouncer

Der Bouncer ist ein Diffusor. Er wird vorne auf einen Systemblitz gesteckt, um das Blitzlicht zu streuen, was bei richtigem Einsatz zu einer weicheren Ausleuchtung des Motivs führen kann.

Ebenso praktisch wie dieser Bouncer sein kann, wird seine Wirkung doch oft weit überschätzt oder fehlverstanden, was sogar zu falschem Einsatz führt, der sogar bei Profis zu beobachten ist.

 


Warum heißt der Bouncer so, und was bewirkt er?

(to bounce, engl. = hüpfen, springen) Der Bouncer streut das vom Blitz abgegebene Licht in alle Richtungen. Dadurch wird das Motiv auch direkt angeblitzt, ein Teil des Lichts wird aber zur Seite abgegeben und dann von reflektierenden Flächen ebenfalls auf das Motiv gegeben. Somit ist das auf das Motiv treffende Licht diffuser (weicher) als beim direkten Blitzen ohne Bouncer. Und ein weicheres Licht mildert Schlagschatten ab, also ein durchaus willkommener Effekt.

Bouncer schematische Darstellung

In der Grafik ist deutlich zu sehen: Das Motiv wird direkt angeblitzt, aber die reflektierten Strahlen treffen ebenso auf das Motiv, hier beispielsweise von der Zimmerdecke, aber ebenso von den Wänden. Also kommt das Licht "scheinbar" aus verschiedenen Richtungen, was zu einer sanfteren Ausleuchtung führt. Was hier nur für zwei Richtungen angegeben ist, gilt natürlich radial für alle anderen Richtungen auch.

Ebenso muss berücksichtigt werden, dass das von den Wänden oder Decken reflektierte Licht eingefärbt wird. Wenn ich in einem Raum mit gelber Wandfarbe einen Bouncer einsetze, wird das diffuse Licht einen Gelbstich bekommen. Dieser Effekt kann erwünscht oder unerwünscht sein, je nach Wandfarbe und Bildidee.

Was kann der Bouncer nicht?

Es wird hier mehr als deutlich, dass ein Bouncer unter freiem Himmel oder in großen Hallen mit sehr hohen Decken oder gar dunklen Wänden und Decken absolut keinen Sinn ergibt, denn es fehlen schlichtweg die reflektierenden Flächen. Wenn ich unter freiem Himmel mit einem Bouncer fotografiere, wird ein erheblicher Teil des Lichts in alle Richtungen gestreut und geht verloren. Die Lichtqualität wird also nicht verbessert, denn ein Bouncer ist keine Softbox, er vergrößert nicht die Lichtquelle!

 


 

Chromatische Aberration (Farbsäume)

 

Ein Farbsaum entsteht an Konturen, bzw. an den Kanten von Objekten mit hohem Kantenkontrast und basiert auf Lichtbrechung, da Licht verschiedener Wellenlängen auch verschiedene Brechungswerte zeigt. Je höherwertiger ein Objektiv, desto geringer ist dieser Effekt. Farbsäume sind in der Regel erst bei starker Vergrößerung sichtbar.

chromatische Aberration oder Farbsaum

Das Bild dieses jungen Mannes zeigt einen deutlichen Farbsaum an der Kontur zwischen Sakko und weißem Hemd.

Das Auftreten von Farbsäumen ist eines der vielen Qualitätsmerkmale bei einem Objektiv. Je hochwertiger die einzelnen Linsen sind, desto geringer diese Störparameter.

 


 

Color-Key-Effekt

 

Color-Key heißt, dass bei einem Schwarz-Weiß-Bild ein Element oder eine Gruppe von Elementen Farbe behält. Durch diesen Effekt können auf spannende Weise einzelne Bildelemente stark betont werden, es entsteht eine etwas surreale Wirkung, die je nach Bearbeitung mehr oder weniger stark ausfallen kann.

Erzeugung: Es wird eine Kopie des Ausgangsbildes über das Originalbild gelegt, dies erfolgt mittels einer weiteren Ebene bzw. Einstellungsebene, die dann in eine Schwarzweiß-Ebene umgewandelt wird. Hier beginnt schon die eigentliche Arbeit. Wenn die Kontraste des Bildes erhalten werden sollen, sind bei der Graustunfenkonvertierung die verschiedenen Farbkanäle einzeln zu justieren. Eine rein automatische Graustufen-Konvertierung liefert meist fade und schlechte Ergebnisse. Anschließend muss das Objekt, das Farbe behalten soll, freigestellt werden. Es wird also eine Maske angelegt, die das darunterliegende Orginalbild durchblicken lässt. Diese Maske wird in der Regel mit dem Pinsel gemalt oder je nach Vorlage auch über Kanalfilter ausgewählt.

Dieser Effekt erfreut sich zu Recht immer größerer Beliebtheit. Was sich einfach anhört, ist mitunter nur aufwendig zu realisieren, auch wenn es mittlerweile Apps gibt, die vermuten lassen, dass dies alles automatisch erledigt werden kann. Je nach Bild mag dies möglich sein, aber wenn das Ziel ein sauberes Ergebnis ist, dann muss hier professionell Hand angelegt werden.

Bei dem ersten Bild ist diese Arbeit tatsächlich schnell erledigt. Die glatten Konturen des Sessels sind relativ einfach und schnell freigestellt. Bei einem Motiv mit filigraneren Konturen wie beispielsweise ein Blumenstrauß kann dies mitunter recht lange dauern...

Color Key Effekt

Color Key Effekt in der Hochzeitsfotografie

Color-Key-Effekt (selektive Farbe) per Automatik?

Moderne Kameras bieten die selektive Farbe, wie der Color Key Effekt auch genannt wird, bereits als mitgelieferten Effekt an. Die kamerainterne Software berechnet dieses Bild dann direkt nach der Aufnahme, allerdings nach den heutigen Stand der Technik mit Fehlern. Auch gibt es Apps, die das nachträglich erledigen sollen...

Tatsache ist, dass ein Computerprogramm in der Lage sein müsste, sämtliche nur denkbaren Motive tatsächlich genau zu erkennen. Dafür wäre aber eine grundlegende Datenbank nötig, die unserem Gehirn gleichkommt, und das ist beim besten Willen einfach nicht realisierbar. Eine Kamera kann nur Pixel sehen, und bei bestimmten Auffälligkeiten daraus Motive erkennen. Dies funktioniert aber nicht immer korrekt. Wenn die Kamera nun in einem Schwarzweiß-Bild für ein bestimmtes Objekt die Farbinformationen erhalten will, muss dies in irgendeiner Weise definiert werden. Beim folgenden Bild (aufgenommen mit einer Consumer-D-SLR), wurde dies über die Definition einer Farbe realisiert. Das heißt: Vor der Aufnahme wurde ein Marker auf den gelben Bauch der Badeente geführt, dann wurde per Klick dieser Farbton als Referenzwert gespeichert. Hierbei treten Fehler auf...

Dies ist das Originalbild:

Color Key Ausgangsbild

Beim folgenden Bild wurde das Gelb als Referenzwert definiert. Deutlich erkennbar: Auch die Reflektionen auf dem Dekoglas und dem Untergrund behalten im definierten Farbkanal (hier gelb) teilweise ihre Farbigkeit.

Selektive Farbe Color Key Beispielbild von einer Nikon D5100

Hier wurde das Motiv manuell selektiert. Nur so wird ein sauberes, korrektes Ergebnis erzielt.

Selektive Farbe Beispielbild

Für einfache Schnappschüsse ist diese Funktion sicher ein willkommenes Gimmick. Wenn man korrekte, ordentliche Ergebnisse erzielen will, muss jedoch manuell gearbeitet werden. Und eine noch so ausgereifte Automatik wird bei einem Blumenstrauß wie oben gezeigt oder anderen komplizierten Strukturen auch weiterhin versagen.

 


 

Dateigröße

 

Die Größe einer Bilddatei wird schlichtweg durch die Menge der Bildinformationen bestimmt. Ein Faktor ist, wieviele Pixel das Bild hat (siehe Mega-Pixel). Daüber hinaus ist die so genannte Farbtiefe entscheidend, sowie der Grad der Komprimierung. Bei einer nicht komprimierten Datei ist die Dateigröße einfach zu ermitteln:

Anzahl der Bildpunkte x Farbtiefe.

Wenn ein Bild 12 Megapixel hat und eine Farbtiefe von 12 bit, dann ergeben sich daraus 12.000.000 x 12 bit = 144.000.000 bit. Da 8 Bits ein Byte ergeben, teile ich die Zahl durch 8 und erhalte die Anzahl der Bytes, in diesem Falle 144.000.000 geteilt durch 8 = 18.000.000 Bytes. Nach dem Dezimalverfahren kann hier also direkt von 18 MB (Megabytes) gesprochen werden, die Umrechung der Bytes basiert aber leider auf einem etwas komplizierteren System:

1 Byte = 8 Bit
1 KB = 1024 Byte =8192 Bit
1 MB = 1024 KB = 1048576 Byte
1 GB = 1024 MB = 1048576 KB = 1073741824 Byte
1 TB = 1024 GB = 1048576 MB =1073741824 KB

Bei unserer vorliegenden Datei ergibt sich hier also eine Dateigröße von 17,17 MB im unkomprimierten Zustand. Durch die JPEG-Komprimierung kann hier aber die Dateigröße teilweise drastisch reduziert werden.

 


 

EXIF-Daten

 

Die Abkürzung EXIF steht für: EXchange Image Format (for digital cameras). Diese Daten beinhalten Informationen zum Urheber, zur verwendeten Kamera, zum Aufnahmedatum, und sogar Aufnahmeparameter wie das verwendete Objektiv, die Brennweite, Verschlusszeit, Blende, ISO-Wert, Blitzmodus, Weißabgleich, Tonwertumfang und einiges mehr. Diese Daten werden von der Kamera bereits bei der Aufnahme gespeichert und in die eigentliche Bilddatei (RAW, JPEG oder TIFF) eingebettet.

Eine Bilddatei besteht demnach nicht nur aus den Informationen zu den einzelnen Bildpunkten (Pixeln), also den eigentlichen Bildinformationen, sondern eben auch aus diesen Meta-Informationen (zu denen beispielsweise auch die IPTC-Daten gehören). Diese Meta-Informationen dienen dem Fotografen später bei der Archivierung der Bilder, denn die einzelnen Parameter dienen ja auch dem Herausfiltern der Bilder aus einem großen Bilderbestand. (Siehe: Filtersuche) Aber auch bereits in der RAW-Entwicklung und der Basis-Bildbearbeitung greift professionelle Software auf diese Daten zu, um den digitalen Workflow zu optimieren.

 


 

Exposure Value

 

Englisches Wort für Lichtwert. Einheit: EV

 


 

Farbenkreis

 

Es gibt verschiedene Ordnungssysteme, um Farben und Farbtöne zu katalogisieren. Der Farbenkreis ist eines davon. Er basiert auf 3 Primärfarben (Grundfarben), nämlich Rot, Gelb und Blau, aus denen sich die Sekundärfarben Orange, Grün und Violett mischen lassen. Insgesamt werden hier 12 Farbtöne unterschieden. Man sieht, dass die Reihenfolge der in einem Regenbogen entspricht, (Rot - Orange - Gelb - Grün - Blau - Violett), da diese Farben auch das Spektrum der sichtbaren Farben innerhalb der elektromagnetischen Wellen darstellen.

Der Farbkreis ist so angeordnet, dass oben die helleren und unten die dunkleren Farben, bzw. links die warmen und rechts die kalten Farben zu finden sind:

Farbenkreis

Der Farbenkreis bietet nun auch eine praktische Anwendung. Durch das Ziehen einer Geraden von einer Seite zur Gegenüberliegenden können so genannte Komplementärfarben ermittelt werden. Der Kontrast zwischen 2 Komplementärfarben wird im Allgemeinen als sehr harmonisch empfunden. Es gibt aber auch Farb-3-Klänge und sogar 4-Klänge, aber das Thema Farbenlehre ist zu umfangreich, um es hier weiter auszuführen.

Der Farbkreis bietet ein einfaches und interessantes Instrument zum Einstieg in die Lehre der Farbharmonie und damit auch der Bildgestaltung. Siehe auch Komplementärfarben, Komplementärkontrast und Simultankontrast.

 


 

Farbtemparatur

 

Licht besteht, genau wie beispielsweise Radiosignale, aus elektromagnetischen Wellen. Das Spektrum der sichtbaren Farben besteht aus einer Bandbreite aus Wellenlängen, die unser Gehirn als Farben interpretiert. Farben entstehen also dadurch, dass Licht einer bestimmten Wellenlänge von einem bestimmten Gegenstand mit einer besonderen Oberfläche reflektiert wird. Dieser reflektierende Gegenstand verändert die Wellenlänge des Lichtes, "färbt" es also ein. Ein weißes Blatt Papier sieht aber im Sonnenschein anders aus als bei Kerzenschein oder unter einer Leuchtstoffröhre. Denn das Licht, das auf das Papier trifft, hat unter den genannten Situationen bereits eine bestimmte Farbtemperatur. Wie weiß ist dieses Blatt also wirklich?

Kelvin-Skala Farbtemperatur

Die Farbtemperatur wird in Kelvin angegeben, als Referenzwert wird üblicherweise eine Farbtemperatur von 5500 K (Kelvin) herangezogen. Dieser entspricht mittlerem Tageslicht und wird auch von Blitzgeräten imitiert. Sie können Ihre Kamera ja mal auf verschiedene Farbtemparaturen einstellen (bewölkt, Sonne, Halogenlicht, Glühlampenlicht,...) und das gleiche Objekt mehrmals fotografieren.

Mehr dazu unter dem Stichwort Weißabgleich.

 


 

Farbtiefe

 

Die Kamera muss Informationen zu jedem einzelnen Bildpunkt speichern, aus der Summe ergibt sich dann das gesamte Bild und die Dateigröße.

Am einfachsten ist ein reines Schwarz-Weiß-Bild zu verstehen, bei dem es nur zwei Farben gibt: Schwarz oder weiß. Hier ist die zu speichernde Information einfach. Es gibt zwei Werte. Schwarz oder weiß. Im Binärcode eines Computers wäre dies mit 0 oder 1 darstellbar, also mit nur einem einzigen Bit. Bei einem Farbbild, das aus einem RGB-Signal aufgebaut ist, also aus den Farbkanälen Rot, Grün und Blau, werden hier für jeden Farbton die Werte dieser drei Kanäle gemixt und ergeben einen Farbton. Die Frage ist nun, wieviele verschiedene Farbabstufungen für einen Bildpunkt unterschieden werden können. Dies ergibt sich aus der Farbtiefe.

Eine Farbtiefe von 8-bit bedeutet, dass für jeden Bildpunkt 8 bit zur Verfügung stehen, um die Farbabstufung zu definieren. Ein bit kann nur den Wert 0 oder 1 haben, also stehen zwei Werte zur Verfügung. Bei 8 bit rechne ich also 2 hoch 8, das Ergebnis sind 256 darstellbare Werte pro Farbkanal. Da das RGB-Signal nun 3 Farbkanäle hat, muss weiter gerechnet werden: 256 hoch drei. Es ergeben sich etwas über 16 Millionen Farben, bzw. Farbabstufungen, die darstellbar sind.

Das hört sich nach einer unvorstellbar großen Zahl an, reicht aber zuweilen tatsächlich nicht aus. Bilder mit extremen Kontrasten benötigen eine höhere Farbtiefe, beispielsweise wenn in einem Bild nahezu völlige Dunkelkeiet und gleißendes Licht zusammen kommen. Der Dynamikumfang eines Kamerasensors hat hier keine Chance, Abhilfe wird in der professionellen Fotografie aber dadurch geschaffen, dass vorerst im 12- oder 16-bit-Modus aufgenommen wird. Hier sind wesentlich mehr Farbabstufungen darstellbar, der Farbraum ist wesentlich größer, und damit der Dynamikumfang des Bildes (siehe auch Tonwertspreizung und Tonwertumfang)

Es gibt verschiedene so genannte Farbräume, also Modelle mit einer bestimmten Anzahl an darstellbaren Farben. So gibt es zum Beispiel im Offset-Druckverfahren den CMYK-Modus, der auch von Tintenstrahldruckern nachgeahmt wird, in der Bildbearbeitung Adobe RGB oder sRGB und weitere.

Computermonitore und normale Fotoabzüge arbeiten im sRGB-Modus mit einer Farbtiefe von 8 bit. Daher sind Bilder im 16-bit-Modus auf einem Computermonitor nicht darstellbar. Die Bilder werden dann verfälscht dargestellt, der Rechner lässt praktisch einfach einige Farbwerte weg. Die Folge sind so genannte Tonwertabrisse.

 


 

Goldener Schnitt

 

Der Goldene Schnitt ist ein Begriff aus der Bildgestaltung, der Bildkomposition und beschreibt ein Teilungsverhältnis. Ein Motiv kann ein Bild aufteilen, bzw. sich an einer Position befinden, die sich in einem bestimmten Teilungsverhältnis zum Gesamtbild befindet. Dies kann entweder als sehr störend, irritierend, als neutral oder auch als sehr harmonisch empfunden werden. Der Goldene Schnitt hat deswegen seinen Namen, weil er ein allgemein sehr harmonisches Teilungsverhältnis darstellt. Die Kenntnis vom  Goldenen Schnitt lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen, ist demnach eine kulturell und geschichtlich geprägte Konstante und wird bereits seit langem in der Kunst und der Architektur eingesetzt.

Der Begriff wird im schnellen Sprachgebrauch oft mit einer Drittel-Aufteilung verwechselt, was allerdings nicht korrekt ist.

Der Goldene Schnitt wird so definiert: Das Verhältnis der Gesamtstrecke zum größeren Anteil ist gleich dem Verhältnis des größeren Anteils zum kleineren. Dies ist ein Stück Mathematik, zeigt aber auf, dass hier ein System hintersteckt. Es ergibt sich also ein Teilungsverhältnis von 0,618 zu 0,382. Dies zeigt, dass der klassische Goldene Schnitt also eher eine 3 zu 5 - Regelung ist.

Goldener Schnitt

 

Hier einige Teilungsverhältnisse im optischen Vergleich:

Teilungsverhältnisse

Was als harmonisch oder irritierend empfunden wird, hängt natürlich stark vom Motiv und der gewünschten Bildaussage ab. Der Goldene Schnitt ist hier lediglich eine "sichere" Wahl, ein kultureller Konsens, und darf keineswegs als Regel missverstanden werden.

 


 

Filtersuche

 

Wenn sich im Laufe der Zeit tausende, zigtausende oder hunderttausende Bilder im eigenen Bestand anhäufen, verliert man den Überblick. Es ist schlichtweg unmöglich, sich an jedes Bild zu erinnern, geschweige denn genau zu wissen, welche Bilder wo liegen. Für Illustrationen, Werbematerialien, Presse-Artikel, etc. werden üblicherweise ganz bestimmte Bilder benötigt, die dann gesucht werden müssen. Professionelle Software bietet hier die Filtersuche an, die allerdings nur funktionieren kann, wenn alle Bilder ordentlich archiviert sind. Wenn neben den EXIF-Daten auch die IPTC-Daten aller Bilder sauber angelegt sind, kann die Filtersuche beispielsweise bei folgender Aufgabe helfen:

Ich suche ein Bild, auf dem eine Frau mit Hut und einem Hund zu sehen ist, im Querformat aufgenommen, Brennweite 50mm, ohne Blitz bei einer Blende von 4.0. Außerdem soll das Bild in Spanien aufgenommen sein, und der Weißabgleich soll auf Sonnenlicht stehen. Diese Filtersuche ist bereits recht eingeschränkt, aber das vorhandene Bild würde ich bei manueller Suche sicherlich niemals finden. (Es sei denn, dieses Bild gehört zu meinen Favoriten und ich kann mich daran erinnern...)

 


 

Histogramm

 

Das Histogramm zeigt die Helligkeitsverteilung, bzw. Tonwertspreizung von reinem Schwarz bis reinem Weiß an. Ganz einfach ausgedrückt ist es ein Diagramm, das alle Pixel eines Bildes berücksichtigt und anzeigt, welchen Anteil die verschiedenen Helligkeitswerte am Gesamtbild haben. Auf der X-Achse (waagerecht) stehen die Helligkeiten, auf der y-Achse (senkrecht) der Anteil. Als Beispiel sehen sehen Sie hier ein Foto mit seinem Histogramm, bzw. seinen Histogrammen:

Histogramm

Das oberste Diagramm zeigt die Helligkeitsverteilung für alle Farbkanäle an, also das gesamte RGB-Signal (schwarze Darstellung). Darunter werden die einzelnen RGB-Kanäle (Rot, Grün, Blau) separat dargestellt. In der Regel sehen sie alle sehr ähnlich aus, zeigen also eine annähernd übereinstimmende Verteilung. Dies muss aber nicht so sein.

Die so genannte Tonwertspreizung eines Bildes (also die Spanne zwischen dem dunkelsten und dem hellsten Pixel) ist anhand des Bildes selbst nicht präzise erkennbar, da der Dynamikumfang des eigentlichen Bildes den des darstellenden Gerätes (Kameramonitor oder auch Computermonitor) weit übersteigt. Dies gilt ganz besonders für das 16-Bit-RAW-Format, da ein Monitor nur eine Farbtiefe von 8 Bit hat. Das heißt: Da der Monitor nicht alle Farb- und Helligkeitsnuancen der Datei darstellen kann, ist das Vorschaubild auf dem Monitor schlichtweg unvollständig. Bei Außenaufnahmen macht zudem das Sonnenlicht beispielsweise eine Kontrolle per Monitor fast unmöglich. Wie soll ich da also genau erkennen, ob sehr helle Bereiche bereits ins Reinweiß ausgefressen sind oder tiefdunkle Bereiche ins Schwarz abgesoffen sind? Es ist oft nicht möglich. Hier kommt nun das Histogramm ins Spiel, das ich mir bereits bei der Aufnahme anzeigen lassen kann, und das mir hier eine präzisere Bildkontrolle ermöglicht. Das hier vorliegende Bild zeigt beispielsweise grenzwertig helle Bereiche, erkennbar daran, dass die hellsten Spitzen sehr nah am rechten ("weißen") Rand des Diagramms zu finden sind.

Warum hier eine Kontrolle so wichtig ist, lesen Sie im Absatz über Tonwertspreizung.

In der späteren Bildbearbeitung wird das Histogramm ebenfalls sehr intensiv benutzt. Teilweise um den Dynamikumfang des Bildes zu korrigieren, aber auch für eine selektive Helligkeitsanpassung.

 


 

Hyperfokaldistanz

 

Die Hyperfokaldistanz ist diejenige Entfernung zwischen Kamera und Motiv, bei der die gesamte Tiefe zwischen Motiv und unendlich scharf abgebildet wird. Befindet sich das fokussierte Objekt also auf Hyperfokaldistanz, werden alle dahinter liegenden Objekte ebenfalls scharf abgebildet. Demnach ist die Schärfentiefe hinter dem Objekt entsprechend groß. DieHyperfokaldistanz hängt ab von der verwendeten Blende, der eingestellten Brenneweite und dem Zerstreuungskreis.

 


 

IPTC-Daten

 

Die Abkürzung IPTC steht für International Press Telecomunication Council. Mit den IPTC-Daten, die wie die EXIF-Daten als Meta-Informationen in die eigentliche Bilddatei eingebettet werden, wurde ein internationaler Standard für das DRM (Digital Rights Managemente) geschaffen, die eine Zuordnung der Bilder überhaupt erst ermöglicht. Hier stehen nämlich Informationen zum Urheber des Bildes, eine Website kann eingetragen sein, es können Beschriftungen, Kommentare und Schlagworte angelegt werden. Damit kann ein Bild unter Tausenden in einer Bilderdatenbank gefunden werden, wenn man nach entsprechenden Filter-Kriterien sucht. (Siehe: Filtersuche) Der IPTC-Kern einer Bilddatei muss in der Regel nachträglich angelegt werden und ist für den privaten Benutzer normalerweise nicht interessant.

 


 

ISO-Automatik

 

Die Kamera kann einen sinnvollen (korrekten) ISO-Wert automatisch einstellen. Dies ist besonders dann sehr nützlich, wenn ich aufgrund von bewegten Motiven eine Mindest-Verschlusszeit wählen muss, sowie einen bestimmten Anspruch an Schärfentiefe habe und daher die Blende vorwählen muss. Wenn also beides zusammen kommt, ich demnach manuell Belichtungszeit und Blende einstelle, kommt hier der dritte Parameter zur Einstellung einer korrekten Belichtung ins Spiel. Die Kamera wählt den passenden ISO-Wert, und das Bild wird korrekt belichtet. Diese Technik macht sich besonders in der Eventfotografie sehr bezahlt!

Zu berücksichtigen ist jedoch, dass dann Bilder mit unterschiedlichen ISO-Werten entstehen werden, die dann ebenfalls verschiedene Rausch-Verhältnisse aufweisen. (Siehe Bildrauschen)

 


 

ISO-Wert (ISO-Geschwindigkeit)

 

Der ISO-Wert wird oft als Lichtempfindlichkeit des Sensors angegeben, was technisch nicht ganz korrekt ist. Ein Kamera-Sensor besteht aus Millionen winziger einzelner Sensoren für die Farben Rot, Grün und Blau (daher auch RGB-Signal). Diese messen lediglich das einfallende Licht für den jeweiligen Farbkanal. Die Empfindlichkeit dieser Sensoren ist demnach bauartbedingt und kann nicht verändert werden. Was wird hier also eingestellt? Eine Erhöhung des ISO-Wertes bedeutet, dass das eintreffende Signal (also die Helligkeitsinformationen aus den einzelnen RGB-Kanälen) verstärkt wird. Hierdurch wird die Aufnahme um entsprechende Lichtwerte höher belichtet.

Der Effekt und eigentliche Nutzen dieser Verstärkung ist, dass bei geringem Umgebungslicht auch bei kürzerer Belichtungszeit und kleinerer Blende (wenn also belichtungsbedingt wenig Licht auf den Sensor fällt) dennoch passable Aufnahmen gemacht werden können. Der negative Begleiteffekt dieser Verstärkung ist allerdings ein stärkeres Bildrauschen, denn mit der Verstärkung des RGB-Signals wird auch dieses Rauschen verstärkt. Dies muss hier in Kauf genommen werden, auch wenn die professionelle Bildbearbeitung dieses wieder reduzieren kann. (Rauschreduzierung)

Eine Verdopplung des ISO-Wertes ergibt eine Erhöhung des Lichtwertes um 1 LW.

Moderne Kameras bieten ISO-Werte bis 100.000 und mehr, bei gleichzeitig geringem Bildrauschen. Das Einstellen des ISO-Wertes kann manuell erfolgen, oder aber von der ISO-Automatik der Kamera übernommen werden.

 


 

JPEG-Komprimierung

 

Die Abkürzung JPEG (auch JPG genannt) steht für Joint Photographic Experts Group. Dieses Gremium hat den JPEG Standard entwickelt, das bekannteste und am weitesten verbreitete Dateiformat. Dieses Dateiformat definiert sich durch bestimmte Komprimierungsmethoden, die das Ziel verfolgen, die Dateigröße eines Bildes zu reduzieren. Es stehen verschiedene Modi und Grade der Komprimierung zur Verfügung, von relativ verlustfrei bis zu Varianten, die mit starken Qualitätsverlusten behaftet sind. Je nach Verwendungsweck können hier also entsprechende Werte gewählt werden.

Methode und Art der Reduzierung sind im Bildbearbeitungsprogramm einstellbar:

Screenshot Dialog JPEG Komprimierung

Die JPEG-Komprimierung basiert auf sehr komplizierten mathematischen Algorithmen, die je nach Art und Grad der Komprimierung in verschiedener Gewichtung angewendet werden, und die hier nicht näher behandelt werden können. Diese Arbeit wird vom Bildbearbeitungsprogramm übernommen und braucht uns hier vorerst nicht zu interessieren. Die wichtigste und deutlichste Arbeitsweise hierbei ist jedoch die so genannte Quantisierung des Bildes, bei der die Pixel eines Bildes in Gruppen von 8x8, also 64 Pixeln gebündelt werden. Durch diese Quantisierung können einerseits sehr ähnliche oder gleiche Pixel zusammengefasst werden, anderseits können hier wieder komplizierte Neuordnungen der Einheiten für eine Reduizierung der Gesamtinformation und damit der Dateigröße führen.

Nachteil der Quantisierung: Es entstehen die so genannten JPEG-Artefakte.

 


 

JPEG-Artefakte

 

JPEG-Artefakte sind Cluster von 8x8 Pixeln, die das Ergebnis der Quantisierung sind (siehe JPEG-Komprimierung). Sie können je nach Art und Grad der JPEG-Komprimierung schwächer oder stärker zutage treten. Bei starker Vergrößerung eines JPEG-Bildes sind sie jedoch immer erkennbar.

JPEG Artefakte Ted Hartwig Photography Glossar

Bei genauem Hinsehen erkennt man hier deutlich die Blöcke von 8x8 Pixeln in der Vergrößerung.

 


 

Komplementärfarben

 

Dies sind Farben, die sich im Farbenkreis genau gegenüber liegen. Siehe auch: Farbenkreis und Komplementärkontrast und Simultankontrast.

 


 

Komplementärkontrast

 

Unsere Augen neigen dazu, überall Harmonien wahrzunehmen. Der Kontrast zwischen Farben, die sich im Farbenkreis genau gegenüber liegen, bezeichnet man als Komplementärkontrast.

Komplementärfarben

Da bei diesen 3 Farbenpaaren noch verschiedene Helligkeitskontraste berücksichtigt werden müssen, habe ich bewusst die Flächenanteile ungleich angelegt. Rot kann sich gegen Grün besser behaupten als Gelb gegen Violett. Daher sind die Flächen hier entsprechend gewichtet.

Ein interessantes Phänomen stellt der Simultankontrast dar.

 


 

Kontrastmessung

 

Wenn in einem Bild sehr helle und sehr dunkle Bildanteile auftreten, die zudem noch in ihrer Größe sehr unterschiedlich sind, haben wir es mit einer sehr ungleichen Helligkeitsverteilung zu tun. Um solch ein Bild korrekt zu belichten stellt sich nun die Frage: Wie messe ich die richtige Belichtung? Ein Weg besteht darin, sich auf die Kameraautomatik zu verlassen, bzw. hier wenigstens mit der Messfeldsteuerung die Lichtmessung ein wenig zu steuern. Das Ergebnis wird aber eventuell noch recht unbrauchbar sein...

Ein grundsätzliches Problem taucht in der Fotografie (zumindest beim heutigen Stand der Technik) immer auf: Belichte ich auf die Lichter, so können sehr dunkle Bildanteile absaufen. Belichte ich auf die Tiefen, so können helle Bildanteile ausfressen (s. auch Belichtung und Belichtungssteuerung, sowie Tonwertspreizung / Tonwertumfang, sowie: Spitzlichter). Wie komme ich hier nun also zur korrekten Belichtung?

Ein weiterer Weg besteht darin, im RAW-Format zu fotografieren und sich auf die sehr guten Editiermöglichkeiten in der RAW-Entwicklung  zu verlassen. Hier ist so manche Fehlbelichtung im Rahmen von +/- 2 LW durchaus noch zu retten (siehe Lichtwert)

Wer hier nun sauber vorgehen möchte, dem sei die so genannte Kontrastmessung zu empfehlen. Hierbei werden 2 (oder mehr) Stellen im Bild mittels Spot-Messung (siehe Messfeldsteuerung) angemessen und die Erebnisse gemerkt. Anschließend wird ein Mittelwert gebildet, der zu einem guten Ergebnis führt.

Ich erläutere dies anhand des folgenden Bildes. (Die Tasse ist sehr hell, der Untergrund sehr dunkel)

Kontrastmessung Beispielbild

Zuerst stelle ich die Kamera auf Zeitautomatik (Blendenvorwahl) ein. Ich gebe also eine Blende vor (hier f=6.3), stelle die Messfeldsteuerung auf Spotmessung, um punktgenau messen zu können und lasse den Belichtungsmesser der Kamera arbeiten, indem ich Punkt 1 in die Bildmitte nehme, als Referenzwert für eine sehr dunkle Stelle des Bildes. Die Automatik der Kamera gibt hier eine Belichtungszeit von 1/13 Sekunde vor. Diesen Wert merke ich mir. Dann wähle ich den Bildausschnitt neu und nehme Punkt 2 in die Bildmitte (also den Messbereich der Spotmessung). Hier ermittelt die Kamera eine Belichtungszeit von 1/200 Sekunde. Nun habe ich 2 Werte, einen für den hellsten und einen für eine sehr dunkle Stelle im Bild.

Nun muss ich einen Mittelwert dieser beiden Messergebnisse ermitteln. Da es hier aber nicht um Zahlen, sondern um Lichtwerte geht, darf ich hier kein arithmetisches Mittel errechnen, sondern ein logarithmisches. Eine Erhöhung um einen Lichtwert bedeutet eine Verdopplung der Belichtungszeit und umgekehrt. (Siehe Lichtwert)

Ich runde nun den ersten Messwert von 1/13 auf 1/12,5 ab, um besser rechnen zu können. Die Lichtwertreihe sieht nun wie folgt aus:

1/12,5    >    1/25    >    1/50    >    1/100    >    1/200


Es ergeben sich also 4 Schritte, vier mal eine Verdopplung der Belichtungszeit vom ersten bis zum zweiten Messwert, also eine Differenz von 4 LW. Nehme ich davon nun den Mittelwert (also +2 LW), bekomme ich eine Belichtungszeit von 1/50 Sekunde. Mit diesem Wert mache ich eine Aufnahme und bekomme eine ordentliche Helligkeitsverteilung und eine saubere Belichtung des Bildes. Das oben stehende Bild habe ich mit dieser Methode berechnet und aufgenommen.

Was sich hier ein wenig kompliziert anhört, geht mit ein bisschen Routine in Fleisch und Blut über und sollte zum Handwerkszeug gehören, für alle, die schwierige Kontrastverhältnisse (im Rahmen des Möglichen) sicher meistern wollen.

 


 

Langzeitbelichtung

 

Von Langzeitbelichtung wird gesprochen, wenn die Belichtungszeit mehrere Sekunden beträgt. Dies ist üblicherweise in der Nachtfotografie nötig, denn nachts reicht das Umgebungslicht nicht aus, um eine Aufnahme korrekt zu belichten. Und da die Blitzreichweite je nach Gerät und Einstellung nur einige Meter beträgt, muss hier also rein über die Aufnahmeparameter Blende und Belichtungszeit gearbeitet werden. Eine weite Öffnung der Blende hätte aber auch eine geringe Schärfentiefe zur Folge, ist daher in den meisten Fällen nicht ratsam. Je nach Motiv, gewünschter Bildwirkung und eingestelltem ISO-Wert können hier also Verschlusszeiten von mehreren Sekunden bis zu einer halben Minute entstehen.

Da die Kamera im Automatikmodus auf mittleres Grau belichtet, muss hier per Belichtungskorrektur eingegriffen werden. Im Klartext heißt das: Eine Nachtaufnahme im Automatikmodus würde ein viel zu helles Bild ergeben. Es soll aber gerade ein dunkles Bild entstehen. Einige Consumer-Kameras bieten hier regelrechte Nacht-Modi an, die mehr oder weniger diesen Effekt berücksichtigen. Manuell macht es aber einfach mehr Spaß. Und gerade um den geht es bei der Nachtfotografie.

Dass für eine Langzeitbelichtung ein Stativ verwendet werden muss, erklärt sich von selbst. Um Verwacklungsunschärfe auf dem Bild zu vermeiden, empfiehlt es sich darüber hinaus, einen Fernauslöser zu verwenden, und den Spiegel vorab hochzuklappen (professionelle Kameras bieten diese Funktion, um den Spiegelschlag bei der Auslöung zu vermeiden). Außerdem sollte eine Okular-Abdeckung verwendet werden, denn auch das von hinten durch den Prismenkasten einfallende Licht kann die Aufnahme stören. Dies ist dann der Fall, wenn ich nicht selbst durch den Sucher schaue, und ihn dadurch mit meinem Kopf selbst abdecke. Da die Kamera still stehen soll, und es eh nichts um Sucher zu sehen gibt, wird eben bei Langzeitbelichtungen auch nicht durch den Sucher geschaut. Es reicht aber auch, den Sucher mit einer Hand (ohne Kamerabrührung) abzudecken.

Nebeneffekt der Langzeitbelichtung ist ein verstärktes Bildrauschen, denn der Sensor erfasst eben auch das Hintergrundrauschen über einen längeren Zeitraum. Die meisten Kameras bieten hier eine Rauschunterdrückung für Langzeitbelichtungen an, die je nach Qualität durchaus gute Dienste erweist.

Spannende Effekte bieten sich dann, wenn beispielsweise eine befahrene Straße nachts fotografiert wird. Die typischen Leuchtspuren sind weitgehend bekannt, die eben dadurch entstehen, dass die Leuchten der vorbeifahrenden Autos über eine oder mehrere Sekunden auf dem Sensor erfasst werden. Auch beim Fotografieren von Feuerwerk kommt diese Technik zum Tragen, um dramatische Effekte zu erzielen.

 


 

Lichtwert

 

Der Lichtwert ergibt sich aus der Kombination von Belichtungszeit (Verschlusszeit) und Blende. Per Definition ergibt sich bei Blende f/1 und einer Belichtungszeit von 1 s der Lichtwert 0. Der Lichtwert ändert sich durch Variation der Belichtungszeit und Blende, bzw. des ISO-Wertes wie folgt:

  + 1 LW - 1 LW
Verschlusszeit Verdopplung Halbierung
Blende - 1 ganze Blendenstufe + 1 ganze Blendenstufe
ISO-Wert Verdopplung Halbierung

 

Demnach können auch Aufnahmen mit verschiedenen Parametern wie Blende, Verschlusszeit oder ISO-Wert den gleichen Lichtwert aufweisen, nämlich, wenn ich die Blende um einen LW erhöhe, also die nächste ganze Blendenzahl einstelle, gleichzeitig aber die Verschlusszeit halbiere (bei gleichem ISO-Wert natürlich).

Der Lichtwert folgt einer komplizierten rechnerischen Grundlage, die hier nicht näher ausgeführt wird. In der praktischen Umsetzung, bei Belichtungsreihen oder Belichtungskorrekturen sind dann jedoch Aufnahmen mit höherem oder niedrigerem Lichtwert zu realisieren, ebenso wie für die HDR-Fotografie, bei der eine Belichtungsreihe in beispielsweise 1-LW-Schritten aufgenommen werden muss, die dann mittels spezieller Software in ein HDR-Bild zusammengesetzt wird.

 


 

Megapixel

 

Mega steht für: Millionen... Die Angabe der Mega-Pixel einer Kamera bezieht sich ganz praktisch auf die Anzahl der Dioden auf dem Sensor, also die Anzahl der darstellbaren Bildpunkte (Pixel) der Aufnahme. Wenn ein Kamera-Sensor beispielsweise 4288 x 2848 Pixel hat (Breite mal Höhe), dann ergeben sich daraus rechnerisch 12.212.224 Bildpunkte, also etwas über 12 Megapixel (MP). Was bedeutet nun diese Angabe?

Die Angabe der Mega-Pixel beschreibt indirekt die Auflösung des Bildes. Indirekt deshalb, weil die Größe des Bildes ebenso von Bedeutung ist. Siehe Auflösung.

Eine hohe Mega-Pixel-Zahl ist prinzipiell von Vorteil, wenn eine hohe Detailschärfe im Bild erwünscht ist, wenn Bilder teilweise stark zugeschnitten werden (denn dann sinkt indirekt die Auflösung des Bildes), oder wenn großformatige Poster oder Plakate von den Bildern hergestellt werden sollen.

Negativer Effekt einer zu hohen Mega-Pixel-Zahl bei preisgünstigen Sensoren ist ein erhöhtes Bildrauschen, denn die Pixel "stören" sich aufgrund ihrer Dichte schlichtwege gegenseitig. Siehe Bildrauschen.

 


 

Messfeldsteuerung

 

Eine Kamera misst das einfallende Licht mithilfe des eingebauten Belichtungsmessers, der die Helligkeitswerte verschiedener Bildbereiche misst und auswertet. Wenn die durchschnittliche Helligkeit einem vordefinierten Referenzwert entspricht (17% grau, oder mittleres Grau), dann deutet die Kamera dies als korrekt belichtet. Hierbei muss allerdings oft eingegriffen werden. (Siehe auch Belichtung und Belichtungssteuerung, sowie Belichtungskorrektur). 

Der Helligkeitssensor der Kamera misst nun nicht alle Bildbereiche gleichermaßen, sondern ist in mehrere Messfelder aufgeteilt. Dies hat den Vorteil, dass man sie selektiv einzeln oder gemeinsam nutzen kann, je nach Aufnahmesituation. Dabei ist es auch unerheblich, ob im Automatikmodus oder manuell belichtet wird, denn der Sensor arbeitet jederzeit und zeigt den entsprechenden Wert über den Indikator auf dem Display an.

Beim folgenden Bild herrscht eine relativ gleichmäßige Helligkeitsverteilung. Hier kann es beispielsweise sinnvoll sein, den Sensor das gesamte Bild messen zu lassen, um eine sinnvolle Belichtungssteuerung zu erhalten.

Baum 

Beim nächsten Bild sieht es anders aus. Die Luftballontraube ist relativ dunkel, vor einem an sonsten sehr hellen, blauen Himmel. Hier kann es ratsam sein, dem Sensor mitzuteilen: Ich möchte die Luftballons korrekt belichten und nehme dafür eine Überbelichtung des Himmels in Kauf. Zu diesem Zweck kann man nun den Sensor auf einen bestimmten Bildbereich einstellen. Gleiches gilt für ein sehr helles Motiv vor recht dunklem Hintergrund. Hierr muss ich mich entscheiden, welche Bildberiche ich korrekt belichten will. Der geringe Dynamikumfang einer D-SLR zwingt uns hier oft zu diesen Kompromissen und Entscheidungen.

Belichtungskorrektur

Bei einer Nikon D-SLR sieht diese Eintellmöglichkeit so aus:

Einstellrad Messfeldsteuerung

Es kann gewählt werden zwischen:

  • Spotmessung (Messung nur in einem kleinen Bereich in der Bildmitte, dessen Radius bei gutem Kameras zudem noch individuell eingestellt werden kann)
  • Mittenbetonte Messung (Messung in einem etwas ausgeddehnteren, aber immer noch mittenbetonten Bereich)
  • Matrix-Messung (Messung auch der randnahen Bildbereiche)

Was hier gewählt wird, und wie mittels Belichtungskorrektur auch mal vom Vorschlag der Kamera abgewichen werden sollte, muss sich jeder selbst erarbeiten. Viele verschiedene Wege können nämlich hier zum gleichen Ergebnis führen.

Ein weiteres wichtiges Feature bietet hier die AE-L Taste (Belichtungsmesswertspeicher). Was kann ich damit tun? Bei dem oberen Bild mit den Luftballons tritt folgendes Problem auf. Ich möchte selektiv auf die Luftballons belichten, also ist die Spotmessung das Mittel der Wahl. Die Luftballons befinden sich aber nicht in der Bildmitte, dort wo das entsprechende Messfeld liegt. Nun kommt diese Taste ins Spiel. Ich wähle einen Bildausschnitt so, dass die Luftballons zentriert sind. Dann fixiere ich den Belichtungswert mithilfe der AE-L-Taste und wähle den Bildausschnitt neu. Die Kamera "merkt" sich nun die gewünchte Belichtung, und ich kann das Bild sorgenfrei aufnehmen. Die einzige Sorge hierbei besteht lediglich darin, dass eine Traube Luftballons im Wind ja nicht auf mich wartet... :-) Abhilfe kann hier schaffen: Die Ballons mittig fotografieren, und das Bild später nach Wunsch zuschneiden. Auch hier zeigt sich: Jeder muss seinen Weg finden...

Der Belichtungsmesswertspeicher arbeitet übrigens völlig unabhängig vom Autofokus.

 


 

Mitziehen

 

Um bei bewegten Motiven Dynamik ins Bild zu bringen, fokussiert man dan das bewegte Motiv und zieht dann die Kamera beim Auslösen mit. Als Ergebnis erhält man eine gewollte Bewegungsunschärfe, die je nach Belichtungszeit stärker oder schwächer ausfällt. Bei ruhiger Hand oder schwenkbarem Stativ bleibt das Motiv dennoch scharf abgebildet:

Ted Hartwig Harley Davidson Shooting

Bekannt ist diese Technik vor allem bei Fotos vom Autorennen.

 


 

Naheinstellgrenze

Ein Objektiv kann bauartbedingt nur auf Objekte scharfstellen, die sich in einer bestimmten Mindestentfernung befinden. Die Naheinstellgrenze ist die Mindestentfernung zwischen der Frontlinse des Objektives und dem Motiv, bzw. dem zu fotografierenden Objekt. Wenn ein Objektiv beispielsweise eine Naheinstellgrenze von 70mm hat (nicht zu verwechseln mit der Brennweite!), so muss sich das Objekt mindest 70mm von der Frontlinse entfernt befinden.

 


 

Offenblende

 

Die Blende in einem Objektiv ist im Ruhezustand stets auf die größte Öffnung (also die kleinste Blendenzahl) eingestellt. Dies entlastet den Mechanismus der Blende und schützt die Lamellen. Die Offenblende wird auch oft als Lichtstärke des Objektivs bezeichnet, was allerdings nicht ganz korrekt ist. Wenn beispielsweise ein Objektiv als kleinste Blendenzahl (also größte Blende) den Wert f=1.4 ermöglicht, dann ist dies seine Offenblende. Natürlich ist dieses Objektiv "lichtstärker" als ein Objektiv, dessen Offenblende f=3.5 beträgt, aber dies ist nur ein nachgelagerter Effekt.

 


 

Optische Verzeichnung

 

Gerade Linien (und damit letztendlich das gesamte Bild) werden je nach Objektiv und Brennweite teilweise verkrümmt abgebildet. Dies liegt ganz einfach an der Bauweise der Objektive, deren Linsen ja aus geschliffenem Glas bestehen. Dieser Effekt fällt bei günstigen Objektiven stärker aus, bei sehr hochwertigen Objektiven schwächer. Auch ist dieser Effekt gerade am Bildrand sehr deutlich, wie die nachfolgende schematische Grafik zeigt:

Optische Verzeichnung

Bei Weitwinkel-Objektiven bzw. kleiner Brennweite haben wir es in der Regel mit einer tonnenförmigen, bei Teleobjektiven und großen Brennweiten mit einer kissenförmigen Verzeichnung zu tun. Bei Zoom-Objektiven gibt es bauartbedingt eine Brennweite, bei der das Bild verzeichnungsfrei abgebildet wird. Es ist ratsam, beim eigenen Objektiv diese herauszufinden. Dazu braucht man nur ein gleichmäßiges Raster anvisieren, durch den Sucher schauen und die Brennweite so lange nachregeln, bis das Bild verzeichnungsfrei im Sucher erscheint. Ein Blick ins Handbuch sollte aber auch Aufschluss geben.

Eine optische Verzeichnung ist mittels professioneller Bildbearbeitungs-Software schnell korrigiert, jedoch macht es Sinn, sich bereits bei der Aufnahme über diesen Effekt im Klaren zu sein und ggf. die Brennweite anzupassen, wenn dies mit der Bildidee noch vereinbar ist.

Die Optische Verzeichnung ist nicht zu verwechseln mit der perspektivischen Verzeichnung, wenngleich beide gemeinsam auftreten können.

 


 

Perspektivische Verzeichnung

 

So genannte stürzende Linien entstehen immer dann, wenn parallel laufende Objekte (Kanten oder Linien) nicht parallel zur Sensoroberfläche verlaufen. Das heißt einfach ausgedrückt: Wenn ich die Kamera nicht absolut senkrecht auf dieses Objekt ausrichte.

Diese Verzeichnung stört mitunter überhaupt nicht. Je nach Verwendung des Bildes kann sie sogar sehr erwünscht sein. Beispielsweise erhalten Architekturaufnahmen dadurch einen majestätischen Ausdruck. Oft ist es schlichtweg auch gar nicht möglich, die Kamera demenstprechend auszurichten. In anderen Fällen kann eine leichte Verzeichnung aber durchaus störend wirken und muss ausgeglichen werden.

Das folgende Bild zeigt ein Seitengebäude des Berliner Hauptbahnhofs, schräg von unten bei Nacht aufgenommen. Ein extremes Beispiel einer durchaus beabsichtigten perspektivischen Verzeichnung. Denn das eigentlich (logischerweise) parallel verlaufende Stahlskelett wird hier als Trapez abgebildet.

Perspektivische Verzeichnung

Eine perspektivische Verzeichnung ist mittels professioneller Bildbearbeitungs-Software schnell korrigiert, jedoch macht es Sinn, sich bereits bei der Aufnahme über diesen Effekt im Klaren zu sein und ggf. die Brennweite und den Bildwinkel anzupassen, wenn dies mit der Bildidee noch vereinbar ist. Bei diesem Bild beispielsweise macht eine Korrektur keinen Sinn, denn das Bild lebt von der dramatischen Perspektive.

Die perspektivische Verzeichnung ist nicht zu verwechseln mit der optischen Verzeichnung, wenngleich beide gemeinsam auftreten können.

 


 

Photobooth

 

Photobooth heißt übersetzt soviel wie Fotokasten oder Fotoautomat. Ursprünglich war damit tatsächlich ein reiner Fotokasten gemeint, der auch hierzulande, vorzugsweise für die Erstellung von Passbildern, bekannt ist. In der Hochzeitsfotografie setzt sich aber zur Zeit ein neuer Trend durch, der ebenso Photobooth genannt wird und in verschiedenen Varianten angeboten wird.

Üblicherweise und sinnvollerweise handelt es sich hierbei um ein mobiles Fotostudio vor Ort an der Location der Hochzeitsfeier. Entweder wird ein Hintergrundsystem mit Fotohintergrund aufgebaut, oder die vorhandene Kulisse als Hintergrund genutzt. Als Kern des Photobooth wird ein mobiles Studio-Blitzset aufgebaut, sowie eine Kamera, die von den Gästen per Fernauslöser ausgelöst wird. Damit können die Gäste nun ihrerseits, ohne dass der Hochzeitsfotograf dies beaufsichtigen muss, Bilder machen und das Paar damit überraschen. Der große Spaß dabei entsteht dadurch, dass die Gäste völlig frei und losgelöst vom Fotografen sich einfach lockerer fühlen und sich auch mal zu etwas verrückten Bildern hinreißen lassen.

 

Was braucht man alles für eine Photobooth?

Mindestanforderung ist natürlich eine Kamera mit einem Fernauslöser, sowie mindestens ein Blitzgerät. Es kann auch ein Remote-Aufsteckblitz sein, allerdings sind diese bauartbedingt weniger zuverlässig als richtige Studioblitzgeräte.

Für eine aufwendige, aber komplette Installation, wie ich sie bevorzuge, benötige ich:

  • eine D-SLR-Kamera auf einem Stativ
  • einen Fernauslöser für die Kamera
  • einen Funksender für die Blitzgeräte, der auf den Steckschuh der Kamera montiert wird
  • 1-3 Studioblitzgeräte mit Funkempfänger
  • Reflektorschirme und Softboxen
  • ein Hintergrundsystem mit Stoffen und Deko-Tüchern
  • einen Kontroll-Monitor
  • diverse Kabel
  • Klebeband zum Abkleben der Kabel auf dem Boden (Sicherheit geht vor!)
  • Requisiten für maximalen Spaß

Wenn, dann richtig. Der Berliner Hochzeitsfotograf Ted Hartwig baut als Photobooth ein komplettes mobiles Fotostudio auf Ihrer (Hochzeits-) Feier auf.

Eine zweite, weniger aufwendige und daher etwas dürftige Variante besteht darin, tatsächlich einen kompakten Fotokasten aufzubauen. Hier ist der Platz sehr eingeschränkt, lediglich der Auf- und Abbau entfällt dann. Oft wird dann das Bild mit einem Fußtaster oder einem Buzzer gemacht.

 


 

RAW-Format

 

Sämtliche Bilder, die eine Kamera auf dem Display anzeigt, bzw. die als JPEG ausgegeben werden, sind bereits von der kamerainternen Software bearbeitet, also in ein Vorschaubild umgewandelt. Die reinen Sensor-Daten (Helligkeitswerte für die Farbkanäle Rot, Grün und Blau) sind nicht direkt darstellbar. Das RAW-Format besteht aber genau aus diesem Roh-Datensatz. Selbst die Profi-Kameras, mit denen ggf. im RAW-Format aufgenommen wird, zeigen als Vorschau nur die Extraktion eines Vorschaubilders an, und nicht die eigentlichen Daten. Worin liegt nun der Vorteil dieser Roh-Daten?

Anders als beim JPEG-Format können hier im Zuge der professionellen Bildbearbeitung (RAW-Entwicklung) beispielsweise die Farbtemperatur (der Weißabgleich) nachträglich justiert werden. Farbstiche können korrigiert werden, was beim JPEG nicht, oder nur sehr begrenzt möglich ist. Auch die Belichtungskorrektur ist im RAW-Format mit bis zu +2 bis -2 LW (Lichtwerten) gut nachjustierbar. Der so genannte Dynamik-Umfang des Sensors ist auch höher als bei einem fertigen JPEG-Bild. Gemeint ist die Spanne zwischen den hellsten und den dunkelsten Bildbereichen. Bei einem JPEG wird dieser Dynamikumfang also bereits beschnitten, es fehlen folglich wichtige Bildinformationen, die in der RAW-Datei noch erhalten bleiben. Darüber hinaus stehen zahlreiche Einstellungsparameter hinsichtlich Schärfe, Kontrast, Farbbalance, Sättigung, Luminanz, und sehr viel mehr zur Verfügung.

 


 

RGB-Signal

 

Beim RGB-Signal werden die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau zugrunde gelegt. Das RGB-Farbmodell ist ein so genanntes additives Modell, das heißt, dass sich überlagernde Farben zu einem helleren Farbton werden, und bei gleichmäßiger Überlagerung aller drei Grundfarben sogar Weiß entsteht. Dies kommt daher, dass ein Bildausgabegerät wie ein Monitor selbst Licht erzeugt, dessen Mischung den jeweiligen Farbeindruck ausmacht.

Das reine Weiß hat zum Beispiel folgende Farbanteile: R=255, G=255, B=255. (Zu Helligkeitswerten von 0 bis 255, siehe auch Tonwertspreizung / Tonwertumfang)

 RGB Farben

(Anders ist es beispielsweise im CMYK-Farbsystem, das ein subtraktives System darstellt. Diese Farben wirken durch die Reflexion von Licht und subtrahieren sich daher. Sich überlagernde Farben wirken also dunkler.)

Ein CMOS-Kamerasensor hat tatsächlich für jeden Bildpunkt, also für jeden Pixel 3 Dioden, nämlich jeweils eine für die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau. Diese messen das einfallende Licht jeweils nur für diese Farbe und ergeben dann in der Mischung den letztendlichen Farbton.

Hier einmal 3 willkürliche Farben mit ihren entsprechenden RGB-Werten:

RGB Farben Ted Hartwig Photography Glossar

Es gibt unter den RGB-Signalen jedoch verschiedene Varianten. Die bekanntesten sind Adobe RGB und sRGB (Standard RGB). Sie unterscheiden sich im so genannten Gamut, dem darstellbaren Farbumfang. Der Farbraum sRGB ist wesentlich kleiner als bei Adobe RGB, das heißt, das letzterer einfach eine größere Anzahl an Farben darstellen kann. Dennoch arbeiten normale Computermonitore, Drucker und selbst Bilderdienste im sRGB-Farbraum.

Bei der Umrechnung eines Bildes von einem größeren in einen kleineren Gamut treten Tonwertabrisse und Falschdarstellungen der Farben auf, was oft deutlich sichtbar wird. Dies ist beim digitalen Workflow zu berücksichtigen.

 


 

Scharfzeichnung

 

Scharfzeichnung ist ein in der Digitalfotografie unerlässlicher Arbeitsschritt am Ende der Bildbearbeitung. Warum? Die Bilder aus der Digitalkamera weisen eine (wenn auch äußerst geringe) technisch bedingte Unschärfe auf, die auf dem so genannten Zerstreuungskreis beruht. Da die Dioden für die einzelnen Farbkanäle bei jedem Pixel auf dem Sensor nebeneinander liegen, müssen also auch die Lichtstrahlen vom Motiv, die auf den Sensor gelangen, Pixel für Pixel eine gewisse Unschärfe aufweisen, um alle 3 Dioden zu erreichen. Wichtiger ist jedoch hierbei die Qualität und Güte des Objektivs zu nennen. Ein Objektiv besteht im Tubus aus mehreren Linsen und Linsengruppen, die nach einer komplizierten Logik angeordnet sind. Zudem bestehen die Linsen aus geschliffenem Glas. Hier wird klar, dass die Güte der Linsen einen enormen Einfluss auf die Qualität der Abbildung hat. Das heißt nun nicht, dass die Bilder insgesamt grundlegend unscharf sind, ganz im Gegenteil. Bei genauer Betrachtung und Vergrößerung stellt man aber fest, dass hier noch einiges an Schärfe herauszuholen ist.

Je hochwertiger ein Objektiv, desto größere Schärfe weisen die Aufnahmen bereits aus. Dennoch werden Bilder stets in wenigstens geringem Maße nachgeschärft.

Bei der regelmäßigen Schärfung am Ende der Bildbearbeitung spricht man auch von Ausgabeschärfung, welche aber nicht zu verwechseln ist mit sehr krassen Formen der Scharfzeichnung, die in der kreativen, extremeren Bildbearbeitung Anwendung finden.

Bewegen Sie den Mauszeiger über das Bild, um die Scharfzeichnung zu zeigen:

Beispielbild Scharfzeichnung 

Neben der Scharfzeichnung gibt es auch die Möglichkeit der Weichzeichnung.

 


 

Schärfentiefe

 

Ein wesentlicher Effekt der Blendenöffnung ist die so genannte Schärfentiefe. Die Schärfentiefe gibt einen Bereich an, innerhalb dessen die Ebenen im Bild scharf abgebildet werden. Je größer die Blendenöffnung, also je kleiner die Blendenzahl, desto geringer ist die Schärfentiefe. Dies wird in der Aufnahme dann auch als selektive Schärfe bezeichnet und bedeutet, dass ein Hauptmotiv scharf abgebildet wird, während bereits nahe Objekte vor oder hinter dem Hauptmotiv unscharf erscheinen. Je nach Einstellung kann die Schärfentiefe im Extremfall nur wenige Zentimeter oder Millimeter betragen (siehe folgende Beispielbilder). Diese Aufnahmetechnik ist also ein sehr interessantes Instrument zur Bildgestaltung.

Ted Hartwig Photography Schärfentiefe

Der Schärfentiefebereich ist vor dem Objekt stets kleiner als hinter dem Objekt, was bei genauer Betrachtung sogar auf diesen beiden Beispielbildern zu erkennen ist.

Die Schärfentiefe wird aber nicht nur von der Blende, sondern von weiteren Parametern bestimmt, nämlich dem Abstand zum Motiv, und von der Brennweite. Zusammenfassend bestehen folgende Wirkungszusammenhänge:

  geringere Schärfentiefe
höhere Schärfentiefe
Blende offene Blende, kleine Blendenzahl geschlossene Blende, größe Blendenzahl
Brennweite hohe Brennweite geringe Brennweite
Entfernung zum Motiv
kleinere Entfernung größere Entfernung

 

Abgegrenzt werden muss hier der Begriff Tiefenschärfe, der oft fälschlicherweise für die Schärfentiefe bentzt wird, aber etwas anderes meint. Genau genommen ist die Schärfentiefe wie oben beschrieben ein Bereich, eine Spanne in mm, cm oder Metern, während die Tiefenschärfe die Schärfe auf einer bestimmten Bildebene beschreibt.

 


 

Selektive Farbe

 

Siehe Color Key.

 


 

Simultankontrast

 

Unsere Augen haben die Angewohnheit, uns konsequent Streiche zu spielen. Der Simultankontrast beschreibt folgendes Phänomen: Beim Betrachten eines Farbkontrastes nehmen wir grundsätzlich zu jeder Farbe ihre Komplementärfarbe wahr und legen sie über die Ausgangsfarbe. In einer roten Fläche wirken Farben demnach grüner als in einer blauen, deren Komplementärfarbe Orange ist:

Schauen Sie sich die beiden Punkte an:

Simultankontrast Beispielbild

Die beiden Punkte wirken nicht identisch, obwohl sie absolut identisch sind!

Siehe hierzu auch: Komplementärfarben, Komplementärkontrast und Farbenkreis.

 


 

Softbox

 

Softbox

Eine Softbox ist ein Diffusor, der aus hartem Licht weiches Licht machen kann. Wie? Ein Studioblitzgerät hat eine relativ kleine Blitzröhre. Wenn die Lichtquelle also klein ist, werden auch harte Schatten vom Motiv auf den Hintergrund geworfen (siehe nachfolgende Grafik). Bei einem Gesicht kommen noch harte Schatten im Gesicht selbst vor, die von Nase, Mund, Lidern etc. verursacht werden. Abhilfe kann hier nur geschaffen werden, indem die Lichtquelle künstlich vergrößert wird.

Softboxen gibt es in den unterschiedlichsten Größen und Formen. Üblich sind quadratische Softboxen, dann gibt es lange rechteckige, sie so genannten Striplights, ebenso achteckige, die so genannten Oktagon Softboxen.

Wie funktioniert eine Softbox?

Die Softbox ist ein aufspannbares "Zelt", das über den Blitzkopf gezogen wird und innen mit reflektierenden Flächen sowie vorne mit einer Diffusor-Bespannung ausgestattet ist. Innerhalb der Box wird nun das Licht, das von der Blitzröhre kommt, in alle Richtungen verteilt und von allen Seiten der Innenwand reflektiert, tritt dann vorne wieder aus und wird hier nochmals gestreut. Dadurch trifft ein sehr diffuses Licht auf das Motiv, und harte Schatten werden verhindert:

 Blitzen mit Softbox

Softboxen gibt es auch in sehr kleiner Größe für Aufsteckblitze (Systemblitze). Je kleiner einer Softbox ist, desto geringer ist natürlich der Effekt. Bitte beachten Sie den Unterschied zur Wirkungsweise eines Bouncers.

Die größte Softbox, die es gibt, ist übrigens der bewölkte Himmel. Hier wird das Sonnenlich derart großflächig gestreut, dass es als höchst diffuses Licht aus allen Richtungen kommt. Bei bewölktem Himmel sind fast keine Schatten mehr erkennbar.

 


 

Spiegelschlag

 

Eine Spiegelreflexkamera wird auch SLR-Kamera genannt (SLR = single lens reflex). Grundprinzip ist hierbei, dass der Strahlengang des Lichts, das auf den Sensor trifft, vorerst den gleichen Weg durch das Objektiv nimmt, wie dass, welches ich durch den Sucher betrachten kann. Mit anderen Worten: Ich sehe mit meinem Auge durch den Sucher extakt den Bildausschnitt, den auch der Sensor bei der Aufnahme erfassen wird. Dies wird durch eine aufwendige Spiegelmechanik erreicht. In der Kamera, zwischen Objektiv und Sensor, wird das Licht durch einen Spiegel nach oben in den so genannten Prismenkasten, der deutlich die obere Form des Kameragehäuses bestimmt, umgeleitet und zum Sucher geführt. Dieser Spiegel wäre nun bei der eigentlichen Aufnahme im Weg, muss also bei Auslösung hochgeklappt werden. Dieser trägt auch zum markanten Aufnahme-Geräusch einer SLR-Kamera bei.

Dieser Spiegelschlag führt, je nach Qualität der Kamera, zu minimalen Vibrationen im Kameragehäuse, die in bestimmten Aufnahmesituation das Bildergebnis beeinträchtigen können. Dafür gibt es die so genannte Spiegel-Vorauslösung, die einige Kameras anbieten. Siehe auch: Langzeitbelichtung.

 


 

Spitzlichter

 

Spitzlichter sind ausgefressene, reinweiße, also zeichnungsfreie Bildbereiche. (Siehe auch: Zeichnung) Das können einzelne Pixel sein oder auch ganze Flächen. Da sehr helle Bildbereiche dem Reinweiß oft sehr nah kommen, sind diese Spitzlichter mit bloßem Auge oft nicht deutlich zu erkennen. Wenn ein Motiv nunmal sehr helle, also fast weiße Flächen aufweist, dann soll das Bildergebnis selbstverständlich ebenso realistisch aussehen. Wenn man saubere Ergebnisse erzielen will, so sind Spitzlichter jedoch zu vermeiden. (Siehe auch: Tonwertumfang, Tonwertspreizung und Histogramm)

Das folgende Bild sehen Sie in 2 Varianten. Ich habe hier im RAW-Konverter zwei Varianten erstellt, mit einer Belichtungswertspanne von +/- 1,5 LW (Siehe Lichtwert). Das Ergebnis: Bei dem rechten Bild treten Spitzlichter auf, die vielleicht mit dem bloßen Auge nicht erkennbar wären, die aber durch die Bildbearbeitungs-Software deutlich mit der roten Farbe markiert werden:

Ted Hartwig Photography Spitzlichter

Dem entsprechenden Histogramm des rechten Bildes kann man entnehmen, dass die Tonwerte den Wert 255 erreichen, also das zeichnungsfreie Reinweiß:

Histogramm mit Spitzlichtern

In diesem Fall gilt das übrigens auch für die abgesoffenen schwarzen Tonwerte am linken Rand des Histogramms. (Siehe auch: Tonwertspreizung)

 


 

Streulichtblende

 

StreulichtblendeOft als Gegenlichtblende, Sonnenlichtblende oder Sonnenblende bezeichnet, was allerdings nicht ganz richtig ist. Das Hauptmotiv befindet sich stets vor dem Objektiv, klar. Allerdings tritt (je nach Brennweite) auch Licht von der Seite ins Objektiv ein, so genanntes Streulicht. Je heller die Lichtquellen seitlich der Kamera und je kleiner die Brennweite, desto größer ist dieser Effekt.

Eine Streulichtblende ist nun ein Ring, der vorne auf das Objektiv geschraubt wird und dieses Streulicht auffangen soll. Es erklärt sich damit von selbst, dass solch eine Streulichtblende bei direktem Gegenlicht auch keinen Schutz bieten kann. Daher ist der Begriff Gegenlichtblende nicht ganz passend.

Da die Linsen und Linsengruppen (insbesondere die Frontlinse) bei verschiedenen Objektiven auch ganz unterschiedlich angeordnet sind und der Strahlengang also von Objektiv zu Objektiv unterschiedlich ist, ergibt sich, dass die Bauform der Streulichtblende dem Objektiv angepasst sein muss. Bei der Verwendung einer falschen Blende kann diese entweder wirkungslos sein oder bei sehr kleiner Brennweite zu einer Randabschattung führen, da sie das Bild teilweise sogar verdecken kann.

Die Funktion einer Streulichtblende:

Streulicht und Streulichtblende 

Der Einsatz einer Streulichtblende ist somit grundsätzlich ratsam. Entgegen der landläufigen Meinung sollte sie gerade in Innenräumen verwendet werden, da hier eher Streulichter auftreten. Übrigens schützt die Streulichtblende auch gleich die Frontlinse des Objektivs, was wiederum ein gutes Argument für ihren konsequenten Einsatz ist. Lediglich beim Anblitzen sehr naher Motive mit einem internen Blitzgerät kann sie unerwünschte Schatten auf das Motiv werfen.

 


 

Tonung

 

Unter Tonung versteht man das "Einfärben" von Bildern. Das Originalbild (in Farbe oder Schwarzweiß) wird also mit einer bestimmten Farbe getont. Die Auswahl dieser Farbe erfolgt je nach gewünschter Bildwirkung. Da es der Empfindung nach "warme" und "kalte" Farben gibt (siehe Farbkreis), können mit einer Tonung also auch wärmere oder kältere Bildwirkungen erzielt werden.

Hier ein Beispiel:

 Tonung

Die Tonung mit einem warmen Braun ergibt also ein deutlich wärmeres Bild als mit einem kühlen Blauton. Diese Bilder hier sind sehr deutlich getont, man kann die Intensität aber auch soweit reduzieren, dass die Wirkung fast nur noch unterschwellig wahrgenommen wird:

Tonung Beispielbild

Das linke Bild weist keine Tonung auf, das rechte Bild eine Rot-Violett (Magenta)-Tonung, bei einer Deckkraft bzw. Intensität von nur 4%.

 


 

Tonwertspreizung (Tonwertumfang)

 

Reines Schwarz hat im RGB-Format den Helligkeitswert 0, reines Weiß den Wert 255. Darunter und darüber gibt es keine Werte. Die Tonwertspreizung gibt nun die Spanne an zwischen dem dunkelsten und dem hellsten Bildpunkt (Pixel) eines Bildes. Dies ist insofern interessant, als dass rein weiße oder rein schwarze Pixel vermieden werden sollen. Bei reinem Schwarz sprechen wir von abgesoffenen, bei reinem Weiß von ausgefressenen Bildanteilen (siehe Spitzlichter). Diese haben keinerlei Zeichnung mehr und sind daher auch nicht editierbar. Ein sauber belichtetes und bearbeitetes Bild zeigt also Tonwerte, deren hellste Tonwerte immer noch etwas unterhalb des Reinweiß stehen, bzw. dessen Tiefen noch oberhalb des reinen Schwarz, beispielsweise von 3 bis 252.

Hier ein Bild mit seinem Histogramm:

Ted Hartwig Hochzeitsfotograf Glossar Tonwertumfang

Man sieht eine Helligkeitsverteilung von 0 bis 255. Beim nachfolgenden Bild habe ich hier eingegriffen. Durch Anhebung des untersten Wertes auf 20 habe ich die dunkelsten Bereiche aufgehellt einfach da nun die dunkelsten Bildpunkte weiter weg vom reinen schwarz zu finden sind. Äquivalent habe ich durch Absenkung des obersten Wertes auf 235 die hellsten Bildpunkte abgedunkelt, damit sie weiter vom Reinweiß abgerückt sind. Damit habe ich nun den Kontrast des Bildes erkennbar reduziert, denn sehr helle und sehr dunkle Bereiche gibt es nun schlichtweg nicht mehr. Ich habe also den Tonwertumfang des Bildes beschnitten:

Beschnittener Tonwertumfang

Diese übertrieben deutliche Aktion war bei diesem Bild eigentlich nicht nötig und dient nur der Veranschaulichung. Jedoch ist die Arbeit mit dem Histogramm und der Tonwertspreizung ein in der professionellen Bildbearbeitung sehr wichtiger Arbeitsschritt. Denn ausgefressene oder abgesoffene Bildbereiche sind unbedingt zu vermeiden.

Ausgefressen heißt, dass helle Bildpartien ins Reinweiß abrutschen, also keinerlei Zeichnung mehr haben, von abgesoffenen Bildbereichen spricht man, wenn sehr dunkle Partien ins reine Schwarz abrutschen.

 


 

Verschlussvorhang

 

Der Sensor der Kamera ist von einem Lamellenvorhang verdeckt. Dieser Vorhang öffnet sich nicht von der Mitte aus, wie wir es von gewöhnlichen Vorhängen gewohnt sind, denn das würde bedeuten, dass die mittleren Bildbereiche länger und die randnahen Bereiche kürzer belichtet würden, weil der mittlere Bereich schlichtweg länger offen wäre. Also wird diese Öffnung anders realisiert:

Ted Hartwig Photography Glossar Blitzsynchronzeit

Die Lamellen sind waagerecht angeordnet, sowie in einen oberen und einen unteren Vorhang unterteilt. Der untere Teil klappt nach unten weg, der obere zieht dann nach einer bestimmten Zeit (nämlich der eingestellten Belichtungszeit) hinterher. Damit ist sichergestellt, dass jeder Bereich des Sensors gleich lang dem einfallenden Licht ausgesetzt ist. In diesem Beispiel ist sogar für einen kurzen Teil der gesamte Sensor frei.

Dies alles passiert im Bruchteil einer Sekunde. Stellen Sie sich vor, wie schnell und präzise diese Mechanik arbeiten muss, wenn eine Belichtungszeit von beispielsweise 1/4000 Sekunde eingestellt ist...

Bei Belichtungen, die kürzer sind als die Blitzsynchronzeit der Kamera, sieht dies anders aus, da startet der zweite Verschlussvorhang, bevor der erste den Rand erreicht hat. Welche Auswirkungen das haben kann, lesen Sie im Punkt Blitzsynchronzeit.

 


 

Weichzeichnung

 

Um Bilder sanfter oder romantischer wirken zu lassen, können wir eine Weichzeichnung anwenden. Hier berechnet das Bildbearbeitungsprogramm eine Art Unschärfe aus den Pixeln, wobei der Radius für diese Berechnung kann frei gewählt werden kann. Je nach Radius und Deckkraft können hier ganz unterschiedliche Wirkungen erzielt werden. Wenn in der Bildbearbeitung mit einer zweiten Ebene gearbeitet wird, spielt ebenso die Verrechnungsmethode eine Rolle. Beim folgenden Bild wurde auf einer duplizierten Ebene ein Gaußscher Weichzeichner angewendet, und die Verrechnungsmethode "ineinanderkopieren" angewendet.

Beispielbild Weichzeichnung - Hochzeitsfotos

Es gibt insgesamt sehr viele verschiedene Methoden der Weichzeichnung und der Ebenverrechnung, daher kann die ganze Fülle der Optionen hier nicht dargestellt werden.

Als Gegenteil (auch wenn das technisch gesehen nicht ganz stimmt) kann hier eine nachträgliche Scharfzeichnung genannt werden.

 


 

Weißabgleich

 

Weißabgleichsreihe

Hier wurden 3 verschiedene Kelvin-Werte gewählt, bei gleichem Umgebungslicht. Nur das mittlere Bild gibt die Obstschale korrekt wieder.

Mit Weißabgleich ist nun die Kalibrierung der Aufnahme auf die gewünschte Farbtemperatur gemeint, so dass eine weiße Fläche genau so abgebildet wird, wie wir sie real (bei mittlerem Tageslicht) sehen. Dass hierbei die vorhandenen Lichtsituationen brücksichtigt werden müssen, ist klar. Beispielsweise kann ich eine weiße Menükarte bei Kerzenschein nicht exakt auf Weiß einstellen, sondern belasse einen leichten Gelbstich im Bild, um es wärmer wirken zu lassen. In der Produktfotografie hingegen kommt es auf exakte Farbwiedergabe an. In der professionellem Fotografie arbeiten wir daher bei Bedarf mit einer Weißkarte bzw. Graukarte, um die Farbtemperatur bereits vor der Aufnahme korrekt auf das Umgebungslicht zu kalibrieren. (Eine Graukarte ist auf 17% Grau geeicht.)

Interessanterweise ist die Temperatur höher, je weiter die Farbe ins Blau geht. Rot ist "kälter", bzw. energieärmer. Unsere normalen Temperatur-Assoziationen stehen dem gegensätzlich gegenüber, obwohl tatsächlich eine blaue Flamme heißer ist als eine rote...

 


 

Workflow der digitalen Bildbearbeitung

 

Mit Workflow ist der Arbeitsablauf gemeint, von der Aufnahme bis zum fertigen Bild. Die Vorbereitungen, die noch vor den Aufnahmen stattfinden müssen, sind hier schon gar nicht mit einbegriffen. Je nach Shooting oder Auftrag kann die Vorbereitung einen ebenso gewichtigen Anteil an der Gesamtleistung darstellen.

Das ganze Thema Farbmanagement wird hier ausgeklammert, da der gesamte Workflow im sRGB Modus abäuft. Farbraum-Konvertierungen sind hier also nicht nötig.

Vorweg: Es gibt nicht DEN Workflow. Jeder arbeitet ein wenig anders. Aber im Prinzip sieht es jeweils ähnlich aus. Sie sollen hier nur einen Eindruck davon bekommen, was geschieht - beispielsweise zwischen Ihrer Hochzeit und der Übergabe Ihres Hochzeitsalbums. Dieser Workflow kann bei einer Ganztages-Hochzeitsreportage übrigens 3-4 volle Tage dauern!

 

  1. Kopieren der Bilder: Ich lasse meine Kamera auf zwei Speicherkarten gleichzeitig schreiben. So habe ich bereits direkt nach der Aufnahme eine Sicherungskopie. Eine der Karten wird auf den Rechner übertragen, die andere bleibt zur Sicherheit vorerst unberührt. Somit habe ich bereits 3 Kopien der Bilder. 2 auf den Karten und eine auf der Festplatte.
  2. Erstes Selektieren der Bilder: Das gesamte Material wird selektiert und rigoros reduziert. Ich halte es für eine Zumutung, den Paaren über 500 Bilder zu übergeben, daher werden Bilderserien oder mittelmäßige Bilder bereits hier gelöscht. Diese braucht nämlich später niemand mehr. Später, bei der weiteren Bearbeitung, fallen oft noch weitere Bilder heraus, aber hier gewinnt die Bilderstory schon deutlich an Qualität!
  3. Sichern der Bilder: Nachdem die Bilder vorselektiert sind, werden sie auf eine externe Festplatte gesichert. Da ich nun wieder 2 Kopien meiner Bilder habe, können die Speicherkarten wieder formatiert werden. Ich benötige sie nun nicht weiter.
  4. RAW-Entwicklung: Die RAW-Daten der Bilder werden mit spezieller Software (hier Adobe Bridge mit Camera Raw) "entwickelt". Hier wird der so genannte Weißabgleich nachjustiert, eine Belichtungskorrektur vorgenommen, sowie der Tonwertumfang der Aufnahme korrigiert. Das Bildrauschen wird reduziert, Helligkeit, Klarheit, Dynamik und weitere Basis-Parameter werden eingestellt. Die Gradationskurve, die die Helligkeitsverteilung im Bild darstellt und editierbar macht, wird korrigiert. Darüber hinaus werden hier schon selektiv Werte wie Farbton, Farbsättigung, Luminanz, etc. feinjustiert, sowie eine Basisretusche vorgenommen. Das Bild wird hier schon gedreht und zugeschnitten. Vignettierungen können hinzugefügt oder entfernt werden, eine chromatische Aberration kann ebenso bereits hier entfernt werden. Alle diese Änderungen sind nicht-destruktiv - oder anders ausgedrückt: reversibel. Das heißt, dass diese Änderungen in einer separaten Datei gespeichert werden und mit der RAW-Datei verknüpft werden. Das hat den Vorteil, dass am Ende des langen Workflows die ursprüngliche Roh-Datei immer noch unangetastet zur Verfügung steht. Falls man später etwas anderes mit diesem Bild vor hat. Diese RAW-Entwicklung wird für alle Bilder vorgenommen. Während der RAW-Bearbeitung treten auch einige weitere Bilder den Weg in den Papierkorb an.
  5. Nummerierung der Bilder: Da nun die Bilder endgültig selektiert wurden, bekommen alle eine fortlaufende Nummer - für den Kunden. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die Dateien wieder umbenannt - siehe unten...
  6. Erneute Datensicherung: Da hier schon ein beträchtlicher Aufwand geleistet wurde, werden diese Dateien erneut gesichert. Falls später ein Datenproblem auftauchen sollte, muss ich nicht ganz von vorne beginnen.
  7. JPEG-Erstellung: Da der Kunde mit RAW-Dateien nichts anfangen kann, werden die fertigen RAW-Dateien nun als JPEG-Bilder in einem separaten Ordner gespeichert. Hier wird bereits eine Ausgabeschärfung auf den späteren Bedarf angepasst.
  8. Erweitere Bearbeitung: Nun werden alle Bilder sorgfältig in Photoshop weiter bearbeitet. Die erweiterte Retusche ist hier am besten zu realisieren. Während in ACR (Adobe Camera RAW) kleinere Flecken sehr gut wegretuschiert werden konnten, können hier ganze Strukturen kopiert und retuschiert werden, beispielsweise Hecken oder Zäune im Hintergrund etc. Darüber hinaus wird aber auch - je nach Bedarf - eine Beauty-Retusche angewendet. Da hier mit Ebenen und Ebenenmasken gearbeitet werden kann, bieten sich hier umfassende Möglichkeiten. Das Bild wird ggf. nochmals aufgehellt, Kontraste werden verstärkt - oder vermindert - selektive Weichzeichnungen werden hinzugefügt, etc. Objektivfehler werden korrigiert, wie beispielsweise eine perspektivische Verzeichnung. Das Bild bekommt sozusagen den letzten Schliff. Wenn alles fertig ist, wenn ich mit dem Bild zufrieden bin, wird es abschließend geschärft. (Die Schärfung ist nötig, da die Kamera-Sensoren systembedingt eine minimale Unschärfe liefern, basierend auf dem so genannten Zerstreuungskreis.)
  9. Erneute Datensicherung: Nun sind die Bilder endgültig fertig. Also werden sie ein weiteres Mal auf die externe Festplatte gesichert.
  10. Bild-Konvertierungen: Meine Kunden erhalten von mir stets verschiedene Varianten der Bilder. Nämlich in Farbe, Schwarz-Weiß und in sanften Farben oder Sepia. Das heißt, ich kopiere alle Bilder in verschiedene Verzeichnisse und konvertiere dann diese Kopien in die verschiedenen Varianten. Die Variante "sanfte Farben" lasse ich von Photoshop automatisiert durchlaufen. Da hier lediglich die Farbsättigung des gesamten Bildes reduziert wird, ist ein manuelles Eingreifen nicht nötig. Diesen Arbeitsschritt habe ich in Photoshop nach meinem Bedarf gespeichert und wende ihn einfach automatisiert auf alle Bilder in dem entsprechenden Verzeichnis an. Die Schwarz-Weiß-Konvertierung erledige ich teilweise manuell. Warum? Weil eine rote Rosenblüte neben einem grünen Blatt den gleichen Grauton ergeben kann, wenn man nicht aufpasst. Damit wäre das Bild langweilig und fade. Im so genannten Kanalmixer müssen die einzelnen Farbkanäle einzeln justiert werden, bis das Bild als Graustufenversion noch deutliche aber natürlich wirkende Kontraste zeigt. Auch hier zeigt sich, wie wichtig ein Profi ist, denn eine simple Graustufenkonvertierung per einfachen Mausklick ergibt in der Regel scheußliche Bilder. Es gibt auch die Möglichkeit, das Schwarz-Weiß-Bild über einen Umweg zu erstellen, nämlich über den LAB-Modus. Das ist hier aber etwas zu kompliziert und wird daher nicht dargestellt, auch wenn diese Methode dem echten Schwarz-Weiß-Film deutlich näher kommt...
  11. Reduzierung der Bilder: Eine weitere Variante, die ich meinen Kunden übergebe ist die reduzierte Auflösung auf 72 dpi, also auf normale Bildschirmauflösung. Da die Originaldateien Größen von bis zu ca. 10 MB haben, können diese nicht per Email an Bekannte oder Verwandte verschickt werden. Daher werden diese Bilder reduziert, wenngleich sie dann auch nicht mehr für Abzüge geeignet sind.
  12. Erstellung weiterer Bild-Leistungen: Nun werden die Collagen und die Color-Key-Bilder sowie die HD-Diashow mit hinterlegter Musik erstellt.
  13. Erstellung des Hochzeitsalbums: Nachdem ich nun alle Bilder wirklich fertig habe, erstelle ich die Seitenlayouts für das Hochzeitsalbum. Die Bilder werden ausgesucht, zusammengestellt und nach harmonischen Gestaltungsrichtlinien angeordnet. Ich verzichte bewusst auf Schnörkel, Schriften Schatten oder ähnlichen Effekten. Allein die Fotobucherstellung dauert einen ganzen Vormittag. Wenn die gesamte Buchdatei fertig ist, gebe ich sie in die Fertigung.
  14. Bestellung der Abzüge: Bei einem Profi-Bilderservice gebe ich die Abzüge in Auftrag.
  15. DVD-Erstellung: Ich erstelle das Cover und das Label für die DVD und brenne anschließend alle Bilder, die Collagen, die Diashow auf DVD.
  16. Erstellung der Online-Galerie. Die Bilder werden zusammengestellt, eine Web-Galerie wird erstellt. Diese muss auf meinen Server hochgeladen und auf der Übersichtsseite verlinkt werden, außerdem muss ein Verzeichnis-Zugang angelegt werden, mit Benutzernamen und Passwort.
  17. Warten, Erhalt und Prüfung der Lieferung: Ich warte auf die Lieferung der Abzüge sowie des Hochzeitsalbums. Auch wenn hier kein Grund zur Sorge besteht (denn ich beauftrage nur hochwertige Profi-Lieferanten) prüfe ich alles genau.
  18. Terminvereinbarung und Übergabe: Der Kunde bekommt seine Bilder und das Hochzeitsalbum. Ein sehr schöner und emotionaler Moment. Außerdem bekommt der Kunde die Zugangsdaten zu seiner Online-Galerie sowie einige Informationen zur Verwendung der Bilder.

Die weiteren Schritte dienen nicht mehr dem Kunden, sondern nur meiner Bilder-Archivierung bzw. Werbung, gehören aber zum Gesamt-Workflow dazu:

  1. Umbenennung der Bilder und Verschlagwortung: Die Bilder werden nach einem sinnvollen System umbenannt, damit ich sie auch nach Jahren wiederfinden und klar zuordnen kann. (Warum ich das nicht bereits vorher mache? Der Kunde bevorzugt sicher einen Dateinamen wie: 156.JPEG, statt 20130513_hochzeit_mustermann_156_farbe.JPEG...) Dann werden Meta-Daten und Schlagworte vergeben, was die Voraussetzung für ein späteres Herausfiltern der Bilder aus dem Gesamt-Bestand darstellt. (Siehe Filtersuche).
  2. Eigene Nachbearbeitung des Auftrages: Wenn ich eine Bilderfreigabe des Kunden habe, suche ich einige Bilder aus und stelle sie online in meine Beispielbilder. Auch veröffentliche ich das Feedback auf meiner Website.
  3. Nach einiger Zeit frage ich nach, ob auf Seiten des Kunden noch Wünsche oder Fragen bestehen. Manchmal kommt es hier zur Nachbearbeitung, wenn der Kunde beispielsweise aus einem bestimmten Bild einen Print herstellen lassen möchte und dafür ein helleres oder kontraststärkeres Bild benötigt oder ähnliches.
  4. Bild-Analyse: Ich analysiere das Ergebnis und meine gesamte Arbeitsweise auch vor Ort, um konstant auch meine Arbeit und meine Leistungen zu verbessern.

Sie sehen, dass es nicht mal eben damit getan ist, eine teure Kamera zu kaufen, Bilder zu machen und abzuspeichern. Wenn das Ergebnis hochwertig sein soll, muss hier ein Profi ran. Wer hierauf verzichtet, bereut es später.

 


 

Zeichnung

 

Unter Zeichnung versteht man das Auftreten von Helligkeitsinformationen. Anders ausgedrückt. Die Pixel des Bildes zeigen Tonwerte über dem reinen Schwarz und unterhalb des reinen Weiß. Von zeichnungsfreien Stellen im Bild sprechen wir schlussfolgernd dann, wenn Bildbereiche abgesoffen oder ausgefressen sind. (Tonwert = 0 bzw. 255).

(Siehe auch: RGB-Signal, Tonwertspreizung und Histogramm).

 


 

Zeitvorwahl

 

Auch Blendenautomatik genannt. Einer der Automatik-Modi der Kamera. Es wird eine Verschlusszeit voreingestellt, und die Kamera wählt automatisch je nach Aufnahmesituation die richtige Blende. Manchmal muss hier eingegriffen werden, dann ist die Belichtungskorrektur nötig.

Die Zeitvorwahl ist dann die Einstellung der Wahl, wenn ich bei wechselnden Lichtverhältnissen dennoch ein stabile Verschlusszeit halten will, beispielsweise um Bewegungsunschärfe zu vermeiden oder zu erreichen.